Wie lange ist ein Einkaufsgutschein gültig und welche Risiken gibt es?

Einkaufsgutscheine sind eine nette Geschenkidee. Umso ärgerlicher ist es, wenn es beim Einlösen zu Problemen kommt. Deshalb sollte schon beim Kauf auf eine mögliche Befristung, die Übertragbarkeit und die Möglichkeit zu Teileinlösungen geachtet werden. Im Streitfall können zudem einige Gerichtsurteile hilfreich sein.

 
 

Verkauft ein Händler Einkaufsgutscheine mit einer Befristung, müssen Verbraucher sich grundsätzlich an die Frist halten. Nur weil auf dem Gutschein selbst keine Frist zu sehen ist, bedeutet das nicht, dass es keine gibt. Die Befristung kann in einem Strichcode oder einem anderen entsprechenden Merkmal festgehalten sein. Verbraucher stimmen der Befristung häufig über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu.

Zu kurze Frist ist unwirksam

Händler sind auch nach dem Ablauf einer Frist noch zur Einlösung von Gutscheinen verpflichtet, wenn die Frist zu kurz bemessen war. Was „zu kurz“ bedeutet, ist gesetzlich nicht zweifelsfrei geklärt. Das Oberlandesgericht München entschied im Jahr 2008, dass eine Frist von einem Jahr zu kurz sei und eine unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers darstelle (Az: AZ 29 U 3193/07). Verbraucher können bei einer zu kurzen Frist die Einlösung verlangen.

Wird die Einlösung eines Gutscheins mit angemessener Frist versäumt, ist der Wert dennoch nicht verloren. Zwar besteht dann kein Anspruch mehr auf die Einlösung. Der Besitzer des Gutscheins kann jedoch eine Erstattung des Geldwertes verlangen. Der Händler darf in diesem Fall allerdings einen angemessenen Teil des Nominalwertes des Gutscheins einbehalten. Er wird dadurch für die entgangene Gewinnmarge entschädigt. Kommt es in diesem Fall zu einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen Händler und Kunde, ist guter Rat teuer: Wie hoch eine angemessene Gewinn-Entschädigung ist, hängt vom Einzelfall ab.

Vorsicht vor Verjährung

Allzu lange sollten sich Verbraucher mit der Einlösung jedoch nicht Zeit lassen. Ein Gutschein stellt rechtlich betrachtet eine Forderung seines Besitzers gegen den Händler dar, der ihn ausgestellt hat. Wie jede andere privatrechtliche Forderung auch kann sie verjähren. Das deutsche Recht sieht eine allgemeine Verjährungsfrist von drei Jahren vor. Sie beginnt am Ende des Jahres zu laufen, in dem der Gutschein erworben wurde. Ein im Dezember 2011 erworbener Geschenkgutschein verliert somit Ende 2013 seine Gültigkeit. Dann besteht auch kein Anspruch mehr auf eine Erstattung in bar.

Leer gehen Verbraucher auch aus, wenn der Händler Insolvenz anmeldet: Die Forderung geht dann im besten Fall in die allgemeine Insolvenzmasse ein und führt nach langer Zeit zu einer minimalen Entschädigung. In der Regel ist das investierte Geld für immer verloren.

Im Hinblick auf die Möglichkeit von Teileinlösungen bietet weder das Gesetz noch die Rechtsprechung eindeutige Richtlinien. Es gibt keine grundsätzliche Verpflichtung des Händlers zur Akzeptanz einer Einlösung in Teilbeträgen. Dagegen spricht aber auch nichts. Vorteilhaft ist es deshalb, wenn die Möglichkeit zu Teileinlösungen auf dem Gutschein oder in den AGBs vermerkt ist.

Die meisten Geschenkgutscheine können problemlos auf andere Personen übertragen und von diesen eingelöst werden. Bei den wenigen Ausnahmen handelt es sich zumeist um Gutscheine für Leistungen oder Produkte, bei denen der Nutzer entweder bestimmte Anforderungen erfüllen muss (die Einlösung eines Gutscheins für einen Mietwagen ist nur mit einem Führerschein möglich) oder das Angebot individuell erstellt wird.

Fazit: Geschenkgutscheine sind ein nützliches und praktisches Geschenk, das sich nicht nur bei Anlässen wie Weihnachten und an Geburtstagen bewährt hat. Vor allem bei weniger bekannten Händlern sollten Verbraucher jedoch einen Blick ins Kleingedruckte werfen, um unnötigen Ärger zu vermeiden.

Gutschein Gültigkeit - Gesetz & Recht bei abgelaufenen Coupons (ohne Datum) » Antwort auf Frage.org geschrieben von Martin am Dienstag, 15. Februar 2011 um 14:16 Uhr.