Wie erkenne ich Vorkassen-Betrug auf Immobilienportalen?

Auch auf Immobilienportalen tummeln sich dubiose Abzocker, die unbedarfte Verbraucher um ihr Geld erleichtern möchten. Besonders „beliebt“ ist so genannter Vorkassen-Betrug. Die Anbieter bitten dabei um die Zahlung der Mietkaution für eine angebotene Wohnung über Zahlungsdienstleister wie Western Union oder per Geldtransfer mit DHL. In Wahrheit gibt es die Wohnung jedoch gar nicht.

 
 

Die Angebote klingen oft ausgesprochen verlockend und versprechen ein für die jeweiligen lokalen Begebenheiten ausgesprochen günstiges Preis-Leistungsverhältnis. Eine 4-Zimmer-Wohnung inklusive hochwertiger Ausstattung in der Münchner Innenstadt wird dann für 400 bis 500 Euro monatlich inklusive Nebenkosten angeboten. Der reguläre Preis beläuft sich auf mindestens das Dreifache. Bereits an dieser Stelle sollten Wohnungssuchende hellhörig werden – was zu schön klingt um wahr zu sein ist es oft eben nicht.

Dafür könnte der Haken größer nicht sein: Die versprochene Wohnung gibt es in Wahrheit nicht. Die Bilder stammen von irgendwo her und hinter der meist tatsächlich existierenden Adresse verbirgt sich ein Wohn- oder Geschäftshaus, in dem niemand etwas von der vermeintlich freien Wohnung weiß.

Die Abzocker behaupten unter einem Vorwand, Mieter der Wohnung zu sein und nach einem Nachmieter zu suchen. Die Suche, so die typischen Offerten, sei dringend weil man ins Ausland gezogen sei. Deshalb könne man bei der Wohnungsbesichtigung auch nicht persönlich anwesend sein. Angeboten wird stattdessen der Versand des Wohnungsschlüssels, mit dem die Besichtigung jederzeit möglich sei.

Für den Schlüssel oder den angeblichen unterschriebenen Mietvertrag soll dann eine Kaution bezahlt werden. Das Geld soll nicht per Banküberweisung, sondern auf einem unkonventionellen Weg geschickt werden. Wer einer solchen Aufforderung nachkommt, sieht sein Geld nie wieder.

Die Ganoven gehen ausgesprochen dreist und trickreich vor. So wird zum Beispiel in Anzeigen auf Immobilienportalen behauptet, dass ein Kontakt nur per Mail und nicht über das vom Portal bereitgestellte Anfrageformular möglich sei. Schon an den Mailadressen lässt sich oft ein Betrugsversuch erahnen, weil es sich um Phantasienamen bei ausländischen Mail-Providern handelt. Wer sich nicht sicher ist, kann eine zweifelhafte Mail-Adresse googlen. Häufig finden sich in den Suchergebnissen dann Warnhinweise von Immobilienportalen oder Erfahrungen von Opfern der Betrüger.

Ein weiterer Trick, um mehr Glaubwürdigkeit zu erlangen: Interessenten wird ein Zugangscode für die Tiefgarage zugestellt, der beim Besuch der vermeintlichen Wohnung genutzt werden kann. Selbst wenn es tatsächlich eine Tiefgarage gibt, ist der Code frei erfunden.

Fazit: Auf Vorkassen-Betrug bei Immobilienportalen fällt nur herein, wer sich unvorsichtig verhält. Das fängt bei der Kontaktaufnahme zu unseriösen und anonymen Mailadressen an und hört im wahrsten Sinne des Wortes bei der Anweisung einer Zahlung über in diesem Fall keinesfalls sachgerechte Zahlungssysteme auf. Der Hauptgrund für unvorsichtiges Verhalten ist der Versuch, eine Wohnung zu einem unrealistisch günstigen Mietpreis zu erhalten – wer diese Form von Gier gar nicht erst aufkommen lässt, minimiert sein Risiko automatisch.

Betrug auf Immobilienscout, Immonet & Co. - Wie erkenne ich Vorkassen-Betrug erkennen? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Martin am Sonntag, 20. Februar 2011 um 15:38 Uhr.