Was ist der Garantiezins von Lebensversicherungen?

Der Garantiezins von Lebensversicherungen wird vom Bundesfinanzministerium auf Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung und der Finanzaufsicht festgelegt. Er gilt für kapitalbildende Lebensversicherungen und Rentenversicherungen. Der Garantiezins, der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses galt, ist für die gesamte Laufzeit bindend.

 
 

Die eigentliche Bezeichnung des Garantiezinssatzes lautet Höchstrechnungszins: Durch die Festlegung eines solchen Zinssatzes soll verhindert werden, dass Versicherer zu hohe Garantien aussprechen, die später die Erfüllung der Ansprüche gefährdet. Der Garantiezins darf höchstens 60 Prozent der durchschnittlichen Rendite betragen, zu der zehnjährige Staatsanleihen gehandelt werden.

Von 4,0 auf 1,75 Prozent

Der Garantiezins wurde in den vergangenen 10 Jahren mehrfach gesenkt, weil das Zinsniveau an den Anleihemärkten niedrig war. Im Jahr 2000 belief sich der Zinssatz noch auf 4,0 Prozent. Im Jahr 2001 wurde er auf 3,25 und im Jahr 2004 auf 2,75 Prozent gesenkt. Im Jahr 2007 folgte eine abermalige Senkung auf 2,25 Prozent. Zum Juli 2011 wird der Höchstrechnungszins nach derzeitigem Stand (Februar 2011) abermals auf dann 1,75 Prozent gesenkt.

Der Garantiezins stellt nicht die eigentliche Rendite einer Lebens- oder Rentenversicherung dar. Garantiert wird letztlich weniger als der angegebene Zinssatz. Das liegt daran, dass sich der Garantiezins nicht auf die Einzahlungen in den Vertrag an sich bezieht, sondern auf die Gutschriften auf dem Vertragskontos. Der Unterschied besteht in den Kosten, die der Versicherer abzieht. Sie können durchaus einen ganzen Prozentpunkt ausmachen.

Wichtiges Kriterium beim Vergleich

Die Rendite wird im Gegenzug jedoch durch Überschussbeteiligungen aufgebessert. Je mehr Geld der Versicherer in einem Geschäftsjahr erwirtschaftet, desto höher fallen auch die Überschüsse aus. Sind diese dem Vertragskonto einmal gutgeschrieben, können sich nicht mehr zurückgenommen werden.

Beim Vergleich verschiedener Angebote leistet der Garantiezins eine wichtige Hilfestellung. Versicherer geben die Höhe der garantierten Rente bzw. des garantierten Vertragsguthabens bei Fälligkeit an. Da der Garantiezins bei allen Angeboten gleich ist, kann daraus direkt auf die Vertragskosten geschlossen werden. Die sind umso niedriger, je höher die garantierten Leistungen sind.

Fazit: Der Garantiezins dient eigentlich dazu, Versicherer von allzu großen Versprechungen abzuhalten und dadurch die Ansprüche der Kunden zu sichern. Über die Gesamtrendite einer Renten- oder Kapitallebensversicherung sagt er wenig aus. Dafür ist er beim Vergleich derb Kosten verschiedener Verträge sehr hilfreich.

Was ist der Garantiezins von Lebensversicherungen? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Martin am Mittwoch, 23. Februar 2011 um 13:57 Uhr.