Welche Schäden deckt eine Privathaftpflichtversicherung ab?

Die private Haftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen, die jeder Bürger unabhängig von seinem Einkommen und seinen Lebensumständen besitzen sollte. Die Versicherung zahlt, wenn der Versicherungsnehmer anderen einen Schaden zufügt.

 
 

Wer anderen einen Schaden zufügt, ist per Gesetz zur Leistung von Schadenersatz verpflichtet. Im Extremfall führt dies zum lebenslangen Verlust der Existenz. Ein Beispiel: Läuft ein Fußgänger trotz herannahender Autos über eine Landstraße und zwingt einen Autofahrer zum Ausweichen, muss er womöglich für dessen lebenslange Unterbringung in einem Pflegeheim aufkommen.

10 Mio. Euro Deckungssumme sind üblich

Auch wenn ein solches Szenario natürlich nicht alltäglich ist, darf auf eine Privathaftpflicht nicht verzichtet werden. Sie zahlt auch in weitaus häufigeren Schadensfällen. Wer in einem Mehrfamilienhaus lebt und den Hausschlüssel verliert, muss mit mehreren tausend Euro Schadensforderung rechnen, wenn die zentrale Schließanlage ausgetauscht werden muss.

Die maximale Deckungssumme für Sach- und Personenschäden beträgt bei vielen Versicherungen 10 Millionen Euro und mehr. Im Leistungsumfang der Policen sind viele Schäden aufgeführt, an die Verbraucher von selbst kaum denken. Die Haftpflichtversicherung zahlt zum Beispiel, wenn der Versicherte einen Gewässerschaden verursacht. Gerät ein Hobbygärtner beim Tragen chemischen Pflanzenschutzmittels ins Stolpern und gelangt die Chemie in einen Bach oder Fluss, zahlt die Versicherung für die an der Natur entstandenen Schäden.

Die Kosten sind überschaubar

Auch so genannte Allmählichkeitsschäden werden durch eine Privathaftpflicht abgedeckt. Dabei handelt es sich um vom Versicherten verursachte Schäden, die nicht sofort sichtbar werden, sondern erst im Laufe der Zeit zu Tage treten. Typische Beispiele dafür sind geringe Mengen Feuchtigkeit, die über einen längeren Zeitraum unbemerkt in ein Gebäude eindringen oder durch Rauch, Staub oder Ruß verursacht werden.

Versichert sind auch Schäden, die durch die eigenen, deliktunfähigen Kinder verursacht werden. Verursachen diese Schäden, ersetzt die Versicherung diese bis zu einer bestimmten Höhe ohne Prüfung der Aufsichtspflicht.

Die Kosten einer Privathaftpflichtversicherung sind überschaubar: Gute Verträge sind bereist für 40 bis 50 Euro im Jahr erhältlich. Versicherungsnehmer sollten keine allzu lange Vertragsdauer vereinbaren, weil sich dadurch höchstens ein paar Euro sparen lassen und der Leistungsumfang neuer Versicherungen im Zeitverlauf oft besser wird.

Tierhalterhaftpflicht separat abschließen

Mit einer einfachen privaten Haftpflichtversicherung sind nicht automatisch alle Risiken versichert. Während Kinder in der Regel bis zum Ende ihrer Ausbildung mitversichert sind, muss für Tiere eine separate Police abgeschlossen werden. Das gilt vor allem für Hunde und Pferde. Nicht jede Versicherung versichert alle Hunderassen – besonders Rassen, die als gefährlich eingestuft werden können oft gar nicht versichert werden. Das sollte ggf. schon bei der Anschaffung eines Tieres berücksichtigt werden.

Fazit: Auf eine Privathaftpflichtversicherung sollte niemand verzichten. Das gilt auch, wenn das Geld knapp ist: Während Arbeitslosigkeit oder Studium vorübergehen, bleiben Haftungsansprüche Dritter ein Leben lang bestehen!

Welche Schäden deckt eine Privathaftpflichtversicherung ab? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Donnerstag, 24. Februar 2011 um 11:39 Uhr.