Was ist Fairer Handel und wem nützt er?

Bei Fair Trade Produkten erhalten die Erzeuger in Schwellen- und Entwicklungsländern mehr Geld für ihre Erzeugnisse. Zudem werden bei der Produktion soziale und ökologische Standards eingehalten. Ein erheblicher Teil dieser Maßnahmen wird durch den Wegfall der Gewinne von Zwischenhändlern realisiert. Verbraucher können sich anhand bestimmter Siegel über die geltenden Standards informieren.

 
 

Fair gehandelte Produkte sind auf dem deutschen Markt längst nicht mehr nur in speziellen Geschäften erhältlich. Neben Naturkostgeschäften zählen auch immer mehr Supermärkte und Discounter zu den Anbietern. Neben Kaffe, Kakao und Tee (den bekanntesten Fair Trade Erzeugnissen) werden auch Obst, Wein, Gewürze, Orangensaft, Nüsse und weitere Nahrungsmittel aus fairem Handel angeboten.

Fair Trade erreicht die Discounter

Produkte aus dem Non-Food-Bereich, wie zum Beispiel Haushaltsgeräte aus Glas oder Keramik, Spielzeug, Musikinstrumente sowie Kosmetik sind auf Nischen beschränkt und nur in wenigen, speziellen Geschäften erhältlich.

Der faire Handel orientiert sich an bestimmten Kriterien, die vor allem die meist kleinbäuerlichen Produzenten besserstellen sollen. Diese verkaufen ihre Produkte direkt an Importeure in Europa und anderen Industrieländern. Dadurch wird sichergestellt, dass weder Zwischenhändler noch Finanzspekulanten Zugriff auf die Wertschöpfung haben.

Die Produzenten erhalten höhere Preise, als es beim Verkauf der Produkte an örtliche Zwischenhändler der Fall wäre. Zudem werden zwischen Produzenten und Importeuren langfristige Vereinbarungen geschlossen. Dadurch wird das Einkommen der Anbieter sicherer. Auch für die Produktion selbst gelten bestimmte Rahmenbedingungen: Kinder dürfen nicht beschäftigt werden und die Angestellten der Produzenten müssen nach gewissen Mindeststandards bezahlt werden.

Fairer Handel nur zu höheren Preisen

Ein erheblicher Teil der fair gehandelten Produkte erfüllt bereits Bio-Standards, wodurch das Modell auch der Umwelt zugute kommt. Dass mehr als zwei Drittel der Erzeugnisse Bio-Standards erfüllen, ist zu einem erheblichen Teil auf die Präferenzen der Zielgruppe in den Abnehmerländern zurückzuführen.

Die Konsumenten in den Industrieländern zahlen einen Teil der Vorteile der Erzeuger aus eigener Tasche, weil die Produkte teurer sind. Damit der Aufschlag gerechtfertigt ist, sollten Verbraucher auch seine gewünschte Verwendung sicherstellen. Dabei sind einschlägige Siegel von Handelsgesellschaften hilfreich. Bekannte Siegel sind zum Beispiel Transfair und Banafair.

Ob fair gehandelte Produkte Erzeugnisse aus herkömmlicher Produktion beim Einkauf ersetzen sollen, muss jeder selbst entscheiden. Verbraucher sollten dabei berücksichtigen, dass die Bedingungen im Welthandel nur selten allein der Grund für den niedrigen Lebensstandard und die schwierige Situation vieler Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern sind.

Fazit: Fair Trade kommt bei den Produzenten an, was durch einschlägige Siegel transparent dargestellt wird. Verbraucher müssen bereit und in der Lage sein, den höheren Preis zu zahlen.

Was ist Fairer Handel und wem nützt er? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Freitag, 25. Februar 2011 um 10:24 Uhr.