Ist eine Dread Disease Versicherung sinnvoll?

Eine Dread Disease Versicherung zahlt Versicherungsnehmern einen festgelegten Geldbetrag, wenn eine im Vertrag eingeschlossene Krankheit diagnostiziert wird. Dread Disease Versicherungen zählen damit zu den Personenversicherungen. Bislang spielt diese Form der Risikovorsorge nur eine untergeordnete Roll. Dread Disease Versicherungen sind unter bestimmten Umständen allerdings sinnvoll.

 
 

Welche Krankheiten als Leistungsfälle definiert sind, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Die Unterschiede sind groß: Einige Tarife auf dem deutschen Markt enthalten 5 Krankheiten, andere 50. Der Begriff „Krankheit“ muss dabei in einem größeren Zusammenhang verstanden werden. Auch Ereignisse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle können versichert werden.

Die Kosten sind abhängig vom persönlichen Risiko

Ansonsten bezieht sich der Versicherungsschutz auf gravierende Erkrankungen wie Krebs, Parkinson, Multiple Sklerose sowie schwere Leber- und Lungenerkrankungen oder Arthritis. Der Eintritt des Versicherungsfalls ist nicht bei allen Anbietern gleich geregelt. Erforderlich ist mindestens die Feststellung einer versicherten Erkrankung durch einen Arzt.

Anders als bei Berufsunfähigkeitsversicherungen erhalten Versicherungsnehmer im Leistungsfall keine Rente, sondern eine einmalige Kapitalabfindung. Deren Höhe kann grundsätzlich frei vereinbart werden. Marktübliche Dread Disease Versicherungen sind ab 50.000 Euro Leistungssumme erhältlich.

Die Höhe der Prämien richtet sich maßgeblich nach der vereinbarten Versicherungssumme und der Vertragslaufzeit sowie dem gemessen an biometrischen Faktoren individuellen Risiko. Hier sind vor allem Lebensalter, Geschlecht und mögliche Vorerkrankungen von Bedeutung. Im Fall gravierender Vorerkrankungen ist eine Versicherung des jeweils betroffenen Risikos nicht möglich.

Transparenter als eine BU

Dread Disease Versicherungen sind im Vergleich zu Berufsunfähigkeitsversicherungen relativ transparent. Versicherungsnehmer müssen nach derzeitigem Erkenntnisstand weniger Sorgen darum machen ob die Versicherung wirklich zahlt als es bei einer BU der Fall ist.

Zudem ist der Abschluss einer Versicherung auch bei Vorerkrankungen möglich, wenn die jeweilige Erkrankung und im Zusammenhang stehende andere Erkrankungen aus dem Leistungsumfang ausgeschlossen werden. So ist es zum Beispiel möglich, trotz eines erlittenen Bandscheibenvorfalls Risiken wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall abzusichern. Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist hingegen häufig nicht mehr möglich.

Eine Dread Disease Versicherung macht auch Sinn, wenn die persönliche Arbeitskraft abgesichert werden soll, die Prämien einer BU jedoch zu hoch erscheinen. Vereinfacht betrachtet sind die durch eine Dread Disease Versicherung abgedeckten Risiken in den Kosten einer Berufsunfähigkeitspolice ebenfalls enthalten.

Steuerliche Behandlung bei privaten und gewerblichen Policen

Die Beiträge zu einer Dread Disease Versicherung können im Rahmen der steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen von der Einkommensteuer abgesetzt werden. Die Kapitalabfindung im Leistungsfall ist steuerfrei. Bei Versicherungen, die im betrieblichen Rahmen abgeschlossen werden (Keyman-Police) wird die Kapitalabfindung steuerlich wie eine Betriebseinnahme behandelt. Die Prämien können als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

Fazit: Eine Dread Disease Versicherung kann eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung darstellen. Hilfreich ist sie vor allem, wenn eine BU nicht möglich oder zu teuer ist. In Kombination mit einer privaten Unfallversicherung stellt eine Dread Disease Versicherung eine vertretbare Risikovorsorge dar.

Ist eine Dread Disease Versicherung sinnvoll? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Samstag, 26. Februar 2011 um 16:03 Uhr.