Was gibt es beim Lebensmitteleinkauf im Internet zu beachten?

Über das Internet werden immer häufiger auch Nahrungsmittel verkauft. Von Konserven und Tiefkühlkost über Obst und Gemüse bis hin zu Babynahrung und Wurstwaren kann fast alles mit wenigen Klicks bestellt werden. Die Zeitersparnis wird jedoch nicht nur durch höhere Preise bezahlt. Viele gesetzliche Bestimmungen für den Verkauf von Nahrungsmitteln gelten im Internet nicht.

 
 

Online-Händler müssen zum Beispiel nicht angeben, welche Zusatzstoffe sich in einem Lebensmittel befinden. Es reicht allein die Angabe, dass solche Stoffe enthalten sind. Das gilt für Geschmacksverstärker genauso wie für Konservierungs- und Farbstoffe. Selbst Inhaltsstoffe von den Gesundheitsbehörden als allergen eingestuft werden, müssen nicht benannt werden. Eine strengere gesetzliche Informationspflicht für Online-Händler ist vorerst nicht in Sicht. Eine entsprechende EU-Verordnung könnte im Jahr 2013 in Kraft treten.

Ausführliche Informationen als Qualitätsmerkmal für Online-Händler

Auch wenn keine gesetzliche Verpflichtung dazu besteht, stellen viele Online-Lebensmittelhändler ihren Kunden ausführlichere Informationen zur Verfügung. Das kann als Qualitätsmerkmal verstanden werden. im besten Fall sind im Netz alle Informationensichtbar, die auch im Supermarkt Pflicht sind.

Eine gute Produktinformation enthält Hinweise auf Stoffe, die Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten auslösen können. Darüber hinaus sollte eine vollständige Liste der enthaltenen Zutaten und Angaben zu den Nährwerten nicht fehlen. Die Nährwertangaben sollten nicht nur Informationen zu den enthaltenen Kalorien, sondern auch zu Fetten, Eiweißen, Kohlenhydraten, Zucker, Ballaststoffen und Salzen enthalten. Sind dem Produkt Vitamine oder Mineralstoffe zugesetzt, sollten diese mengenmäßig benannt und ins Verhältnis zur empfohlenen täglichen Verzehrmenge gesetzt werden.

Ein Blick ins Shop-Impressum lohnt

Verbraucher sollten vor dem Kauf von Lebensmitteln im Internet weitere Informationen über den Shop einholen. Obwohl dazu keine Verpflichtung besteht, geben viele seriöse Händler ihre Registrierungsnummer und die zuständige Lebensmittelkontrollbehörde an.

Wie immer beim Online-Shopping sind auch die Versandkosten wichtig. Bei einigen Anbietern fallen sie erheblich ins Gewicht. Gegen angemessene Versandkosten ist gerade bei kleineren Bestellungen allerdings nichts einzuwenden – schließlich soll nicht an der Qualität der Lebensmittel gespart werden. Viele Händler verzichten ab 50 oder 100 Euro Einkaufswert auf die Kosten für den Versand.

Qualitätsbewusste Verbraucher, die beim Einkauf auf Gütesiegel und Zertifikate achten, sollten beim Online-Einkauf besonders genau hinsehen. Shopbetreiber preisen ihr Angebot mit vielen Zertifizierungen und Auszeichnungen an, die sich allerdings in den seltensten Fällen auf die Lebensmittel beziehen. Stattdessen geht es um die Sicherheit beim Bezahlvorgang, den Schutz der persönlichen Daten oder auch die Übersichtlichkeit der Website.

Ein Alarmsignal sind selbsterstellte Siegel ohne Informationsgehalt, die lediglich einen optischen Eindruck bei Nutzern erwecken sollen, die nicht bis ins Detail gehen. Ein beispielhafter Spruch für solche vermeintlichen Siegel könnte etwa lauten: „Geprüfte Qualität – Garantiert“. Sowohl die „Prüfung“ als auch die „Garantie“ sind der Feder des Händlers entsprungen und besitzen keinerlei Aussagekraft.

Fazit: Einkäufe im Internet sind ebenso Vertrauenssache wie Lebensmittel. Beim Lebensmitteleinkauf im Netz gilt deshalb oberste Vorsicht. Die weniger strengen Verbraucherschutzregeln sollten Händler von sich aus durch ausführliche und verlässliche Informationen aufwiegen.

Was gibt es beim Lebensmitteleinkauf im Internet zu beachten? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Sonntag, 27. Februar 2011 um 10:32 Uhr.