Wie erkenne Abzocke mit Nebenjobs?

Nebenjob-Abzocke verbirgt sich meistens hinter allzu verlockenden Angeboten: „500 Euro netto mit seriöser Heimtätigkeit“, „6000 Euro monatlich mit Arbeiten auf der Bohrinsel“ oder „Geld von zuhause aus verdienen mit E-Mail schreiben“ sind Offerten, bei denen sämtliche Alarmglocken schrillen sollten.

 
 

Die Anbieter der vermeintlichen Nebentätigkeiten haben in der Regel weder das Ziel noch die Möglichkeit, eine seriöse Beschäftigung zu vermitteln. Sie verfügen darüber hinaus auch nicht über Informationen, die für den Suchenden hilfreich und nicht an anderer Stelle kostenlos erhältlich wären.

Wundertüten füllen und Kugelschreiber montieren

Für viele klingt es verlockend: Mit einer einfachen Tätigkeit wie dem Füllen von Wundertüten oder der Montage von Kugelschreibern soll in Heimarbeit bei freier Zeiteinteilung ein lukrativer Nebenverdienst möglich sein. Die Wahrheit ist eine andere: Tätigkeiten wie diese werden in der heutigen Zeit maschinell erledigt, weil der Einsatz von menschlichen Arbeitskräften viel zu teuer wäre.

Hinter den angeblichen Angeboten stecken billige Abzock-Maschen. Eine davon besteht darin, die Interessenten zum Anruf einer teuren 0900-Nummer zu animieren und dann in einer langen Warteschleife zu halten. Pro Anruf fallen dann 10, 20 oder 30 Euro Gebühren an, ohne dass je die Chance auf einen Nebenjob bestand.

Eine andere Vorgehensweise der Abzocker besteht darin, eine hohe Kaution für vorab versandtes Produktionsmaterial zu verlangen, die Jobsuchend nie wieder sehen. Auch Gebühren für die Aufnahme in Datenbanken, Schutzgebühren für diese und jene „Leistungen“ sind üblich. Die einzige sinnvolle Empfehlung muss lauten: Finger weg von solchen Angeboten.

Arbeiten auf einer Bohrinsel

Im Internet finden sich ebenso wie im Teletext und in Kleinanzeigen in der Zeitung seit Jahren Angebote, bei denen mit Jobs auf einer Ölplattform geworben wird. Die Tätigkeit wird häufig im Detail beschrieben und auch als sehr harte Arbeit dargestellt, für die Jobsuchende aber mit einem Monatslohn von mehr als 6.000 Euro entschädigt werden sollen. Für eine Gebühr von 20 bis 50 Euro sollen dann  Informationsbroschüren bestellt werden, die natürlich nicht vom Betreiber der Bohrinsel, sondern von Abzockern kommen.

Wird die Gebühr gezahlt, ist das Geld verloren: Die Chancen auf eine Anstellung auf einer Ölplattform als nicht- oder geringqualifizierter sind ausgesprochen gering. Die Plattform-Betreiber benötigen hochqualifizierte Spezialisten und rekrutieren ihre Belegschaft darüber hinaus nicht über den Videotext oder Kleinanzeigen in Internet und Zeitung.

Nicht alle Nebenverdienste sind unseriös

Selbstverständlich gibt es auch seriöse Möglichkeiten zu einem Nebenverdienst, die ebenfalls im Internet und in Kleinanzeigen zu finden sind. Dabei gilt es aber genau hinzusehen: Eine grundsätzlich seriöse Tätigkeit ist zwar notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für ein gänzlich seriöses Angebots. Oft tummeln sich schwarze Schafe inmitten der ehrlichen Anbieter.

Ein einfaches Beispiel dafür sind Vergütungen für Werbung, die auf dem eigenen PKW angebracht wird. Dabei handelt es sich grundsätzlich um ein seriöses Angebot – schließlich stellt der Fahrzeugbesitzer eine wirksame Werbefläche zur Verfügung. In der Regel richtet sich die Höhe der Vergütung nach der Art des regelmäßigen Parkplatzes und den gefahrenen Kilometern.

Unseriöse Anbieter hingegen verlangen von PKW-Besitzern den Kauf von irgendwelchen Produkten oder sonstige Vorleistungen. Gängig ist es zum Beispiel, den Abschluss eines langfristigen Zeitungsabonnements als Gegenleistung zu verlangen. Diese Anbieter haben mit dem eigentlichen Werbeangebot nichts zu tun und nutzen lediglich die mangelnde Erfahrung und oft auch die finanziellen Nöte von Jobsuchenden aus.

Fazit: Nebenjob-Abzocke lässt sich meistens schon an den Inseraten erkennen. Wer der Neugier nicht wiederstehen kann, sollte spätestens bei Seminar- und Vermittlungsgebühren, Kaution etc. hellhörig werden und die Suche anderweitig fortsetzen.

Wie erkenne Abzocke mit Nebenjobs? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Samstag, 26. Februar 2011 um 19:50 Uhr.