Was bedeutet das Bio-Siegel?

Das BIO-Siegel wurde im Jahr 2001 eingeführt und kennzeichnet Nahrungsmittel, deren Produktion die Vorgaben des ökologischen Landbaus berücksichtigt. Deshalb dürfen nur Produkte mit dem Siegel gekennzeichnet werden, die im Hinblick auf Inhaltsstoffe und Produktionsmethoden EG-Richtlinien erfüllen.

 
 

Das Siegel wird an Erzeuger sowie an Verarbeitungs- und Importunternehmen vergeben, die die Kriterien erfüllen. Die Einhaltung der Kriterien wird von den zuständigen Behörden kontrolliert. Eine widerrechtliche Verwendung des Siegels wird mit Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr bestraft.

Weniger Zusatzstoffe, keine Gentechnik

Produkte mit dem BIO-Siegel werden ohne Gentechnik produziert. Deren Einsatz ist strikt verboten. Das gilt für die gesamte Wertschöpfungskette: So ist zum Beispiel gewährleistet, dass Tiere nicht mit gentechnisch verändertem Futter in Kontakt kommen. Auch auf Antibiotika im Tierfutter wird weitgehend verzichtet.

Auch im Hinblick auf Zusatzstoffe gelten für BIO-Produkte strengere Regeln als für gewöhnliche Nahrungsmittel. Während in diesen laut den in Europa geltenden Richtlinien mehr als 300 Zusatzstoffe vorhanden sein können, sind es in BIO-Produkten lediglich 47.

Die Kriterien des Öko-Landbaus, die für die Zertifizierung von Produkten mit dem BIO-Siegel eingehalten werden müssen, sehen auch einen Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralischen Stickstoffdünger vor. Diese sind leicht lösbar und beeinflussen Flora und Fauna in der Umgebung. Auch die artgerechte Tierhaltung gehört zu den Zertifizierungskriterien.

Regionale BIO-Siegel für Gewissheit in punkto Herkunft

Neben dem einheitlichen staatlichen BIO-Siegel, das in ganz Deutschland gleich aussieht, gibt es auch einige regionale BIO-Siegel. Neben den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern unterhält auch die Region Rhön ein eigenes regionales Siegel für die Region um das Mittelgebirge, die sich auf die Bundesländern Bayern, Hessen und Thüringen verteilt.

Neben den generellen Zertifizierungskriterien bieten die regionalen Siegel zusätzlich eine leicht nachvollziehbare Information  über die Herkunft eines Produkts. Die Wertschöpfungskette dieser Produkte findet dann entweder ganz oder zum stark überwiegenden Teil in der jeweiligen Region statt.

Fazit: Das BIO-Siegel hat sich durchgesetzt und bietet Verbrauchern eine schnelle und unmissverständliche Grundinformation über die Produktionsmethoden eines Produkts und schließt darüber hinaus einen erheblichen Teil der möglichen Zusatzstoffe aus. Ob diese Information den höheren Preis rechtfertigt, muss jeder Konsument selbst entscheiden.

Was bedeutet das Bio-Siegel? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Sonntag, 27. Februar 2011 um 9:50 Uhr.