Für wen eignen sich Aktienfonds?

Aktienfonds sind die richtige Lösung für Geld, das erstens nicht zwingend für andere Zwecke benötigt wird und zweitens über mehrere Jahre hinweg angelegt werden kann. Der Aktienmarkt bietet Anlegern die die langfristig höchsten Ertragsperspektiven, ist jedoch auch mit beträchtlichen Kursrisiken verbunden.

 
 

Die Kursentwicklung an den Aktienmärkten lässt sich nicht vorhersagen – auch nicht von Bankern, Analysten und Volkswirten. Die Kurse von Aktien großer Unternehmen können in schlechten Jahren durchaus die Hälfte ihres Wertes verlieren. Da der Großteil der auf dem deutschen Markt erhältlichen Aktienfonds eng mit der Wertentwicklung des Gesamtmarktes verknüpft ist, wirkt sich ein schwacher Markt entsprechend auf die Performance des Fonds aus.

Trugschluss: Junge Leute können in Aktien investieren

Ein immer wieder vorgebrachtes Statement lautet: „Aktienfonds eignen sich gut für junge Anleger, weil diese zwischenzeitliche Kursverluste problemlos aussitzen können“. Im Kern mag diese Aussage richtig sein, in der Realität berücksichtigt sie jedoch andere wichtige Punkte nicht.

Die Anlage in Aktienfonds ist gänzlich falsch, wenn mit dem angelegten Geld in absehbarer Zeit eine Immobilie finanziert werden soll bzw. das Geld den Eigenkapitalanteil darstellt. Kommt es zu gravierenden Kursverlusten, muss die Eigenheimfinanzierung entweder verschoben oder aufgrund der geringeren Eigenmittel zu schlechteren Konditionen umgesetzt werden.

Kapitalanlagen in Aktienfonds sich ebenso nicht sinnvoll, wenn noch keine eiserne Reserve angespart wurde. Die ersten Ersparnisse sollten junge Anleger auf ein Tages- oder Festgeldkonto einzahlen, um im Fall dringender Anschaffungen oder vorübergehender Arbeitslosigkeit auf liquide Mittel zurückgreifen zu können.

Diversifikation: Aktien als ein Teil des Ganzen

Ebenso unrichtig ist auch die pauschale Aussage, nach der Anleger ab einem Alter von 60 Jahren nicht mehr in den Aktienmarkt einsteigen sollten. Das gilt nur, wenn das vorhandende Vermögen zur Versorgung im Ruhestand benötigt wird. Ist der Lebensstandard bereits durch andere Einkünfte, wie zum Beispiel Bezüge aus einer privaten Rentenversicherung oder einer gesetzlichen Rente bzw. einer staatlichen Pension abgesichert, können freie Mittel durchaus in Aktienfonds investiert werden.

Aktienfonds machen häufig nur einen Teil des insgesamt in Wertpapieren investierten Vermögens aus. Ein ausgewogenes Portfolio besteht zusätzlich aus Renten- und Immobilienfonds sowie aus Edelmetall-Investments. Der Aktienfondsanteil sollte zusätzlich in sich gestreut sein: Neben Standardwerten sollten auch die Aktienmärkte der Schwellenländer vertreten sein, die zwar ein noch größeres Schwankungsrisiko, aber auch höhere Ertragsmöglichkeiten bieten.

Fazit: Aktienfonds sind eine gute Kapitalanlage, die sich jedoch nicht für jeden eignet. Nur wenn die wirtschaftliche Gesamtsituation und die sonstige Vermögensplanung es zulassen und zudem ein ausreichend langer Zeithorizont besteht, sind Aktienfonds das zweifelsfrei richtige Investment.

Für wen eignen sich Aktienfonds? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Freitag, 25. Februar 2011 um 12:50 Uhr.