Was ist ein Pfandkredit?

Pfandkredite werden von Pfandleihhäusern gegen Sicherheiten ausbezahlt. Kreditnehmer hinterlegen dabei einen wertvollen Gegenstand und erhalten im Gegenzug Bares ausbezahlt. Wird das Pfand wieder abgeholt, muss der Kredit zurückbezahlt werden. Pfandkredite sind recht teuer, in vielen Fällen aber dennoch eine Lösung.

 
 

Der größte Vorteil eines Pfandkredits ist die ausgesprochen schnelle und unkomplizierte Verfügbarkeit. Pfandleiher haben auch in den frühen Abendstunden sowie am Wochenende geöffnet und zahlen sofort aus. Zudem findet keine Bonitätsprüfung statt. Kreditnehmer müssen weder einen Einkommensnachweis vorlegen noch einer Schufa-Auskunft zustimmen. Der Kredit wird dementsprechend auch nicht in den Datenbestand der Auskunftei eingetragen.

1 Prozent Zinsen im Monat plus Gebühren

Der Zinssatz für Pfandkredite beläuft sich bei praktisch allen Pfandhäusern auf 1 Prozent im Monat. Das ist die vom Gesetzgeber erlaubte Obergrenze, die überall voll ausgeschöpft wird. Zusätzlich fallen Gebühren für die Verwahrung des Faustpfands an. Deren Höhe variiert je nach Pfandleiher und Wertgegenstand. Besonders bei kleineren Kreditbeträgen kommt es nicht selten vor, dass die Gebühren höher sind als der eigentliche Zinssatz.

Verglichen mit Ratenkrediten sind die Kosten hoch. Aufgrund der zusätzlichen Gebühren ist ein Pfandkredit in der Regel sogar teurer als ein Dispokredit. Lediglich geduldete Kontoüberziehungen bei Banken (dabei wird der vereinbarte Dispo nicht eingehalten) sind mit 16 bis 18 Prozent noch teurer. Der Vergleich mit Bankdarlehen ist allerdings nur bedingt sinnvoll, weil der Besuch eines Pfandhauses meist erfolgt, wenn die Bank keinen Kredit (mehr) vergibt.

Beleihbar ist fast alles

Beleihen lässt sich grundsätzlich fast jeder Gegenstand. Zwar vergeben die meisten Pfandhäuser Barkredite nur gegen Wertgegenstände wie Uhren, Schmuck, Gold oder (wenn es sich um einen KFZ-Pfandleiher handelt) Autos. In größeren Städten werden Pfandkredite jedoch auch für Unterhaltungselektronik und sogar Haushaltsgegenstände angeboten.

Bei Gegenständen, die einem raschen Wertverfall ausgesetzt sind, fällt der Kreditrahmen allerdings bescheiden aus. Handys etwa können mit maximal 20 Prozent ihres Neuwertes beliehen werden. Der Pfandleiher muss berücksichtigen, dass bis zu einer möglichen Verwertung viel Zeit verstreichen kann und der spätere Wiederverkaufswert gering ist. Ein Verkauf ist in diesem Fall die bessere Lösung.

Können Kreditnehmer den Pfandkredit bei Fälligkeit nicht zurückzahlen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird das Darlehen verlängert. Dann fallen für die zusätzliche Laufzeit abermals Zinsen und Gebühren an. Oder – wenn die Frist verstreicht und der Kredit weder beglichen noch zurückbezahlt wird – der hinterlegte Gegenstand wird vom Pfandleiher im Rahmen regelmäßig stattfindender Auktionen versteigert.

Fazit: Pfandkredite sind schnell, unkompliziert und schufafrei. Sie eignen sich, wenn dringender Geldbedarf besteht und eine konventionelle Lösung nicht möglich oder erwünscht ist. Teuer sind Kredite gegen Faustpfand jedoch immer. Wer einen Pfandkredit absehbar nicht zurückzahlen kann, fährt mit einem Verkauf besser.

Was ist ein Pfandkredit? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Donnerstag, 31. März 2011 um 16:03 Uhr.