Welche Rendite bietet eine Lebensversicherung?

Die Rendite einer Kapitallebensversicherung setzt sich aus einer Garantieverzinsung und erfolgsabhängigen Überschüssen zusammen. Der Garantiezins hat sich im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Die Höhe der Überschussbeteiligungen variiert unter anderem aufgrund der Verwaltungskosten deutlich zwischen verschiedenen Versicherern.

 
 

Der Garantiezins beträgt aktuell 2,25 Prozent. In der Vergangenheit betrug er bis zu 4 Prozent. Im Juli 2011 wird er voraussichtlich auf 1,75 Prozent sinken. Senkt das dafür zuständige Bundesfinanzministerium die Garantieverzinsung, gilt der neue Zins nur für Lebensversicherungen, die nach dem Inkrafttreten des neuen Zinssatzes angeschlossen werden. Für alle zuvor abgeschlossenen Policen müssen die Versicherer den jeweils geltenden Zins bis zum Ende der Laufzeit zahlen.

Die Kosten senken die Rendite

Die Garantieverzinsung gilt ausschließlich für klassische Lebensversicherungen und nicht für Fondspolicen. Der garantierte Zinssatz bezieht sich nicht auf die gesamten Einzahlungen des Versicherten in die Police, sondern nur auf den Sparanteil abzüglich der anfallenden Verwaltungskosten.

Zusätzlich zur Garantieverzinsung erhalten Versicherte Überschussbeteiligungen. Der wesentliche Teil davon stammt aus den Kapitalerträgen, die der Versicherer mit seinem Portfolio am Kapitalmarkt erzielt und die über den Garantiezins hinausgehen. Die Höhe dieses Überschusses ist abhängig vom allgemeinen Zinsniveau am Markt für verzinsliche Wertpapiere. Ist das Zinsniveau niedrig, sinken mit einiger Verzögerung auch die Renditen des Versicherers und damit auch die Überschussbeteiligung.

Bei neuen Verträgen sind 4 Prozent fraglich

Die Überschussbeteiligung besteht zusätzlich zu einem kleinen Teil aus Überschüssen, die dem Versicherer aufgrund geringer als geplant ausgefallener Todesfallleistungen zufließen. Auch wenn die Verwaltungskosten unterhalb der vom Versicherer kalkulierten Höhe liegen, werden die daraus resultierenden Mittel dem Versicherten zugeschrieben.

Wurden Überschüsse dem Vertragskonto gutgeschrieben, sind sie unwiderruflich. Sie können dann nicht mehr zurückgenommen oder nachträglich gesenkt werden. Zusätzlich zu den Überschüssen während der Vertragslaufzeit erhalten Versicherte eine Schlussbeteiligung, die am Ende der Laufzeit gutgeschrieben wird.

Anders als die Höhe des Garantiezinssatzes ist die Höhe der Überschussbeteiligungen nicht vorhersehbar. Sie unterliegt mehreren wichtigen Einflussfaktoren und variiert zudem zwischen den Anbietern am Markt.

Die Gesamtrendite einer im ersten Halbjahr 2011 abgeschlossenen Lebensversicherung sollte bei guten Anbietern mittelfrist bei knapp über 4 Prozent liegen. Auf Dauer ist allerdings nicht auszuschließen, dass die Erträge künftig signifikant unter 4 Prozent im Jahr absinken.

Fazit: Die Rendite einer Lebensversicherung variiert nicht nur zwischen den Anbietern, sondern hängt auch vom jeweiligen Vertrag ab. Nach Abzug der Kosten bieten gerade in jüngerer Vergangenheit abgeschlossene Verträge gegenüber simplen Sparkonten nur noch einen geringen Vorteil.

Welche Rendite bietet eine Lebensversicherung? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Mittwoch, 02. Februar 2011 um 19:27 Uhr.