Wie funktionieren inflationsgeschützte Geldanlagen?

Bei Anlagen mit Inflationssicherung sind Zins und Tilgung an die Inflationsrate gekoppelt. Investoren können ihr Geld so gegen Kaufkraftverlust durch die die allgemeine Teuerung schützen. Die Modalitäten inflationsgeschützter Geldanlagen unterscheiden sich ebenso wie die damit verbundenen Risiken.

 
 

Bei Anlagen mit Inflationssicherung sind Zins und Tilgung an die Inflationsrate gekoppelt. Investoren können ihr Geld so gegen Kaufkraftverlust durch die die allgemeine Teuerung schützen. Die Modalitäten inflationsgeschützter Geldanlagen unterscheiden sich ebenso wie die damit verbundenen Risiken.

Verzinsliche Anlagen bei Banken mit Inflationsschutz sind ebenso erhältlich wie inflationsindexierte Anleihe. Die Bundesrepublik Deutschland hat eine geringe Anzahl inflationsgeschützter Anleihen emittiert, die sich für Anleger eignen, die das Risiko eines Zahlungsausfalls minimieren möchten. Anleihen mit Inflationsbezug von Banken sind in größerer Zahl erhältlich. Sie bieten zudem attraktivere Konditionen, sind aber auch mit einem größeren Risiko verbunden.

Je nach Produkt ist entweder nur die Rückzahlung des Nennwertes, nur die Zinszahlung oder beides an die Inflationsrate gekoppelt. Als Grundlage dient meistens der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI ex Tabak) der Eurozone. Die Teuerungsrate in der gesamten Währungsunion war in den vergangenen Jahren meistens etwas  höher als in Deutschland.

Höhere  Zinsen und Rückzahlung als Entschädigung für Inflation

Derzeit (Stand: März 2011) gibt es drei inflationsindexierte Wertpapiere des Bundes. Neben zwei Bundesanleihen mit 5 und 9 Jahren Restlaufzeit existiert auch eine Bundesobligation mit 2 Jahren Restlaufzeit. Sowohl die Verzinsung als auch die Rückzahlung sind an den HVPI gekoppelt. Steigt das Preisniveau innerhalb einer Betrachtungsperiode um 5 Prozent an, erhöht sich auch der Nennwert der Anleihe um 5 Prozent. Der Zinskupon bezieht sich auf den Nennwert, so dass auch die Zinszahlungen mit der Inflation steigen.

Anleihen können über die Börse gehandelt werden. Die beim Erwerb kalkulierten Renditen gelten nur, wenn das Papier bis zur Fälligkeit gehalten wird. Während der Laufzeit unterliegen Anleihen Kursschwankungen, die das Ergebnis in beide Richtungen gravierend verändern können. Beim Kauf einer Anleihe müssen Käufer an den Verkäufer Stückzinsen zahlen. Dabei handelt es sich um die Zinsen, die seit dem letzten Zinstermin rechnerisch angelaufen sind. Bei inflationsindexierten Anleihen muss der Käufer zusätzlich die bereits angelaufene Anpassung des Nennwertes zahlen.

Die Inflationserwartungen sind eingepreist

Der Kurs einer inflationsindexierten Anleihe hängt neben den üblichen  Parametern auch von der Inflationserwartung am Markt ab, die eingepreist wird. Damit geht auch ein zusätzliches Risiko einher: Wird die Anleihe zu einem Zeitpunkt mit hohen Inflationserwartungen gekauft, ist sie entsprechend teuer. Erweist sich die Inflation dann später als weitaus weniger stark als erwartet, haben Käufer rückwirkend zu viel für den Inflationsschutz bezahlt. Eine gewöhnliche Anleihe wäre dann die bessere Wahl gewesen.

Umgekehrt bietet eine Inflationsanleihe Vorteile, wenn die Teuerung deutlich stärker ausfällt als erwartet. Dann schützt sie das Vermögen gegen Entwertung, die Inhaber einer gewöhnlichen Anleihe hinnehmen müssen.

Die Konditionen der drei inflationsindexierten Anleihen des Bundes sind wenig spektakulär. Mehr als eine reale Rendite von 1,0 bis 1,5 Prozent im Jahr ist kaum drin. Höhere Erträge bieten Bankprodukte. Hier sollten Anleger jedoch besonders aufs Detail achten. Vor allem sollte klar zwischen Anleihen (Inhaberschuldverschreibung ohne Einlagensicherung) und Bankeinlagen (mit Einlagensicherung) unterschieden werden.

Fazit: Inflationsgeschützte Geldanlagen eignen sich für Anleger, die mit deutlich steigenden Inflationsraten in den kommenden Jahren rechnen. Das Angebot an Bundeswertpapieren mit Inflationsschutz ist allerdings sehr dünn. Anleihe-Käufer sollten zumindest Grundwissen über Anleihen mitbringen. Bankanleihen bergen ein größeres Risiko, bieten aber auch höhere Erträge.

Wie funktionieren inflationsgeschützte Geldanlagen? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Freitag, 25. März 2011 um 20:16 Uhr.