Welche Kostenfallen gibt es beim Stromanbieter-Wechsel?

Die größte Kostenfalle betrifft Verbraucher, die sich von einmaligen Boni ködern lassen und einen teuren Tarif abschließen, ohne nach einem Jahr abermals die Bereitschaft zum Wechsel mitzubringen. Schnäppchenjäger können mit einem Anbieter-Wechsel nicht viel falsch machen.

 
 

Der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt für Privatkunden hat zwei Gesichter. Während der Großteil der Verbraucher sich bislang gar nicht mit einem Wechsel des Anbieters befasst hat, wird die wechselwillige Minderheit stark umkämpft. Ein Großteil der Preisvergleiche wird über Stromvergleichsrechner im Internet vorgenommen.

Um sich möglichst weit oben zu positionieren, nutzen viele Anbieter einmalige Boni. Dabei kann es sich im Frei-Kilowattstunden oder eine Gutschrift handeln. Der Bonus wird meistens nach einem Jahr gutgeschrieben. Ohne die Vergünstigung, die typischerweise nur für Neukunden gilt, wird der Tarif dann ruckartig teurer. In Extremfällen gehört ein mit Boni sehr günstiger Anbieter gemessen an den regulären Konditionen zu den teuersten Anbietern.

Neuer Markt, altes Spiel: Träge Kunden werden abgeschöpft

Warum die Anbieter so viel Geld  in neue Kunden investieren, liegt auf der Hand: Sie wissen, dass ein erheblicher Teil der neu gewonnenen Kundschaft nach dem Auslaufen der Vergünstigungen nicht wechselt und die höheren Preise zahlt. Mit diesen Kunden werden Schnäppchenjäger finanziert, die nach einem Jahr erneut wechseln und dann ggf. den Bonus eines anderen Anbieters mitnehmen. Wer dauerhaft die Bereitschaft zum Wechsel mitbringt, muss diese Preispolitik deshalb nicht fürchten.

Gute Stromvergleichsrechner ermöglichen das Filtern der Ergebnisse nach bestimmten Kriterien. Dann kann zum Beispiel auf Tarife mit Kaution oder Vorkasse verzichtet werden. Diese Angebote sind augenscheinlich häufig günstig, wenn der Rechner nach dem jährlichen Preis sortiert. Im Preis nicht aufgeführt ist aber das Risiko eines Verlustes. Verlust droht, wenn der Anbieter insolvent wird. Dann sind Kaution und Vorkasse verloren.

Sparen lässt sich auch ohne Wechselboni und Rabatte. Zwar fällt die Ersparnis bei weniger offensiv werbenden Anbietern zunächst kleiner aus. Dafür kann sie von Dauer sein, wenn der Anbieter sich langfristig in einem günstigen Preissegment positioniert. Häufig erhöhen diese Anbieter die Preise im weiteren Vertragsverlauf sehr viel weniger stark als die Bonus-Könige.

Fazit: Wechselfreudige Verbraucher können von Lockangeboten profitieren, wenn Vorkasse und Kaution ausgeschlossen werden. Alle anderen sollten zu einem Anbieter mit weniger aggressiver Strategie wechseln – sonst geht diese aus Sicht des Versorgers aus und langfristig wird draufgezahlt.

Welche Kostenfallen gibt es beim Stromanbieter-Wechsel? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Samstag, 26. März 2011 um 20:45 Uhr.