Bis zu 7 Millionen Bundesbürger suchen über Single- und Partnerbörsen im Internet nach einer mehr oder weniger festen Beziehung. Die wartet aber nicht immer auf den Nutzer: Mit getürkten Profilen und Anfragen versuchen halbseidene Nutzer und Betrüger, Profit aus der Partnersuche der Community-Mitglieder zu schlagen. Die Plattformen selbst zeigen oft Schwächen bei Datenschutz und Geschäftsbedingungen.
Die Zahl der Partner- und Singlebörsen im deutschsprachigen Raum wächst ständig. Auf Singlebörsen können sich Nutzer nach anderen Nutzern umsehen, chatten, Mails schreiben oder anderweitig Kontakt aufnehmen. Im Unterschied dazu versprechen Partnerbörsen, die Suche nach einem Partner durch Matching-Verfahren zu beschleunigen. Mit mehr oder weniger wissenschaftlichen Methoden werden Nutzerdaten abgeglichen und nach bestimmten Kriterien zusammengeführt.
Zum Kennenlernen in einen kostenpflichtigen Chatroom…
Wer sich ein Profil zulegt, erhält recht schnell Nachrichten von anderen Mitgliedern. Es ist kein Geheimnis, dass bei einigen Partnerbörsen falsche Profile im Umlauf sind. Sie sollen das Interesse der Nutzer wecken und ihn zum Beispiel dazu bewegen, den Probe-Zugang nicht vor Ablauf der Testphase und dem Beginn der kostenpflichtigen Mitgliedschaft zu beenden.
Bei einigen Anbietern ist das sehr offensichtlich. Nutzer sollten skeptisch werden, wenn bei der Suche nach einer Partnerin massenhaft Vorschläge mit Bildern von leichtbekleideten Damen aufgeführt werden, die dazu noch ungewöhnlich aufreizend posieren. „Echte“ Nutzerprofile von weiblichen Usern in seriösen Partnerbörsen sehen zwar nicht immer, aber doch sehr häufig anders aus.
Einige vermeintliche Partnersuchende versuchen zudem, andere Nutzer in kostenpflichtige Chatrooms oder Communities zu locken. Besonders einfallsreich sind diese fragwürdigen Nutzer nicht. So wird zum Beispiel ganz offen ein offensichtlich kostenpflichtiges Angebot mit dem Hinweis empfohlen, dass „man sich dort besser unterhalten könne“ oder dass „Du dort bessere Bilder von mir siehst“.
Datenschutz oft lückenhaft
Während solche Machenschaften für erfahrene und kritische Internetnutzer weitgehend harmlos sind, birgt der Vorschussbetrug schon sehr viel kriminelle Energie. Dabei bahnen Ganoven systematisch eine virtuelle Beziehung mit ihren Opfern an und behaupten, in ihnen den sehnsüchtig erwarteten Partner fürs Leben zu sehen. Dann wird ein reales Treffen arrangiert, für das das Opfer Geld überweisen soll, weil sonst das Flugticket nicht bezahlt werden kann.
Viele Plattformen zeigen trotz eines ansonsten seriösen Auftritts Mängel beim Datenschutz. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest kam zu dem Schluss, dass ein erheblicher Teil der Anbieter die Daten der Kunden Dritten zur Verfügung stellt – zum Beispiel für Werbezwecke. Auch die Verschlüsselung der übertragenen Daten ließ der Untersuchung zufolge häufig zu wünschen übrig. Das gilt allerdings nicht für den Bezahlvorgang.
Wie auch bei anderen Angeboten im Netz mit kostenloser Testphase ist eine ungewollte Verlängerung der Mitgliedschaft problematisch. Wer nicht rechtzeitig kündigt, muss schnell mehr als 100 Euro Mitgliedsbeitrag zahlen. Verbraucherschützer sind zwar der Ansicht, dass eine Kündigung von Mitgliedschaften bei Partnervermittlungen jederzeit möglich ist. Ein richtungsweisendes Urteil dazu gibt es jedoch noch nicht.
