Kann man Bundesschatzbriefe vorzeitig zurückgeben und wann lohnt sich das?

Bundesschatzbriefe können ein Jahr nach dem Kauf wieder zurückgegeben werden. Pro Monat ist eine Rückgabe allerdings nur bis zum einem Wert von 5.000 Euro möglich. Die Rückgabe macht Sinn, wenn Geld benötigt wird, sich die Anlageziele geändert haben oder wenn ein Umtausch in andere Bundeschatzbriefe mit höherer Verzinsung sich lohnt.

 
 

Die Zinssätze von Bundeschatzbriefen stehen für die gesamte Laufzeit fest. Schatzbriefe vom Typ A laufen 6 und solche vom Typ B 7 Jahre. Bei Typ A werden die Zinsen jährlich ausbezahlt, bei Typ B werden die Erträge bis zur Fälligkeit thesauriert. Die Höhe der Zinssätze wird von der Finanzagentur des Bundes in Abhängigkeit vom allgemeinen Zinsniveau festgelegt.

Der Wechsel von einem Schatzbrief in einen anderen kann sich deshalb lohnen, wenn das jüngere Papier eine deutlich höhere Verzinsung bietet. Die Stiftung Warentest hat im Frühjahr 2011 ermittelt, dass bei einem Wechsel ein Renditevorteil von mehr als 80 Basispunkten möglich sein kann. Bei einem Umtausch beginnt die Laufzeit allerdings wieder von vorn. Ein Umtausch lohnt sich deshalb kaum, wenn er zu einem späten Zeitpunkt der Laufzeit erfolgt. Dann wird besser die Fälligkeit abgewartet.

Bundesschatzbriefe bieten ein Höchstmaß an Sicherheit, weil sie als Wertpapiere des Bundes durch dessen Bonität gedeckt sind. Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Staatsbankrotts stünden die Chancen der Anleger gut: Anders als Bundesanleihen und andere Wertpapiere des Bundes können Schatzbriefe nur von Privatanlegern (und ausdrücklich nicht von Kreditinstituten und anderen institutionellen Anlegern) gekauft werden können, stünden bei einer Umschuldung der Staatsschulden Wege zur bevorzugten (und medienwirksamen) Sonderbehandlungen von Bundesschatzbriefen offen.

Die Sicherheit hat allerdings ihren Preis. Die Rendite von Schatzbriefen liegt am unteren Ende der Erträge, die mit als verzinslichen Anlagen möglich sind. Die Verzinsung steigt zwar in jedem Jahr planmäßig an, erreicht in der Summe aber nicht das Niveau von Festgeldkonten mit äquivalenter Laufzeit. Wer sich größere Risiken leisten kann und will, kann deshalb ebenfalls eine Rückgabe in Betracht ziehen und in Anlagen mit höheren Ertragsperspektiven  investieren.

Fazit: 500 Euro pro Monat und Serie können nach 12 Monaten Haltefrist zurückgegeben werden. Relevant ist das bei deutlich steigenden Zinsen, Geldbedarf oder anderen Zielen.

Kann man Bundesschatzbriefe vorzeitig zurückgeben und wann lohnt sich das? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Dienstag, 05. April 2011 um 13:19 Uhr.