Welche Alternativen zu DSL gibt es?

Zu einer Breitbandverbindung gibt es zwei Alternativen: Entweder kann über die Mobilfunknetze oder per  Satellit im Internet gesurft werden. Satelliten-Internet eignet sich vor allem in ländlichen Regionen mit schwacher Netzabdeckung, wo über das UMTS-Netz keine akzeptablen Verbindungsgeschwindigkeiten  aufgebaut werden können.

 
 

Surfen über die Mobilfunknetze erfordert nur wenig technischen Aufwand: Als Modem dient ein USB-Stick, der einfach in den Rechner eingesteckt wird und dann im Wesentlichen schon funktionsfähig ist. Die Kosten richten sich nach Tarif und Anbieter. Es gibt Volumen- und Zeittarife sowie Flatrates. Flatrates sind ab etwa 10 Euro monatlich erhältlich.

Die Anbieter nehmen aber eine Bandbreitendrosselung vor, wenn in einem Monat ein bestimmtes Volumen erreicht wurde. Für den verbleibenden Abrechnungszeitraum müssen Nutzer sich dann mit einem Bruchteil der regulär möglichen Übertragungsrate zufrieden geben. Zu den Anbietern von Verbindungen über das UMTS-Netz (angeboten als HSDPA, wohinter sich ein Übertragungsstandard verbirgt) gehören in Deutschland vor allem die vier großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus und O2.

Wie gut die Übertragungsqualität in der Praxis wirklich ist, hängt vom Standort ab, an dem sich der Nutzer gerade befindet. In Ballungsräumen ist die Geschwindigkeit fast immer zumindest akzeptabel. In ländlichen  Regionen kann sie allerdings sehr schlecht sein. Wer sich beim Surfen häufig an einem bestimmten Ort aufhält oder den Surfstick als Alternative zu einem klassischen DSL-Zugang nutzt, sollte vorab testen, wie schnell die Übertragung ist. Das gilt naturgemäß ganz besonders vor dem Abschluss eines Vertrags mit langer Laufzeit.

Internet per Satellit: Mit der Schüssel ins Netz

Um per Satellit ins Netz zu gehen, ist viel Hardware erforderlich. Neben einer Satellitenschüssel, die größer ist als die für den Fernsehempfang, benötigen Nutzer auch ein Sende- und Empfangsgerät und ein Satellitenmodem. Die Ausstattung wird von den Internet-Anbietern gestellt bzw. verkauft und ggf. auch montiert.

Erwirbt der Kunde sie, gehören sie auch nach dem Ende des Vertrags ihm. Dafür werden einmalig 250 bis 400 Euro fällig. Billiger wird es, wenn die Ausrüstung im Besitz des Anbieters verbleibt. Das hat einen weiteren Vorteil: Während der gesamten Vertragslaufzeit ist der Anbieter für die Funktionalität verantwortlich. Wer die Hardware selbst montieren möchte, sollte über Erfahrung auf dem Gebiet und zumindest etwas technisches Geschick verfügen. Ansonsten ist die Montage durch einen Fachmann empfehlenswert, die ca. 150 Euro kostet.

Die Kosten für den Internetzugang hängen von der Übertragungsgeschwindigkeit ab. Schnelle Verbindungen mit Flatrate und 2048 KBITs Downloadgeschwindigkeit sind ab etwa 40 Euro im Monat zu haben. Auch beim Internet per Satellit gibt es Bandbreitendrosselung, deren Details oft schwer nachvollziehbar sind. Nutzer können nach Erreichen des kritischen Übertragungsvolumens die Drosselung durch einen Reset aufheben lassen – das kostet aber für jeden Reset extra.

Häufig kann der Gang ins Internet via Satellit mit Satelliten-Fernsehen kombiniert werden. Mit einem TV Erweiterungsset wird dann zusätzliche Hardware geliefert.

Fazit: Internet per Satellit ist oft teurer und umständlicher als ein DSL-Anschluss und eignet sich deshalb vor allem, wenn dieser nicht verfügbar ist. Ein Surfstick ist in Ballungsgebieten sowohl eine Ergänzung als auch eine Alternative zum Breitband-DSL. Dauernutzer sollten bei Satellit und Mobilfunk-Internet nicht nur auf eine günstige Flatrate, sondern auch auf die Bandbreitendrosselung achten.

Welche Alternativen zu DSL gibt es? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Sonntag, 27. März 2011 um 20:46 Uhr.