Was ist E 10 und welchen Fahrzeugen schadet es?

E 10 hat die Autofahrer in Deutschland verunsichert. Seit März ist der Kraftstoff mit bis zu 10 Prozent Bioethanol-Anteil an den Zapfsäulen erhältlich. Ein Teil der Fahrzeuge auf unseren Straßen verträgt den Bio-Sprit jedoch nicht. Die Politik will ich  trotzdem unbedingt einführen, obwohl der ökologische Nutzen umstritten ist.

 
 

Schon von der Einführung von E 10 war Bioethanol im Treibstoff enthalten. Früher waren dem Benzin aber nur 5 Prozent zugesetzt. Mit 10 Prozent Bioethanol-Anteil haben nach Angaben der Hersteller vor allem ältere Fahrzeugmodelle Probleme. Es kann im schlimmsten Fall zu technischen Schäden kommen. Deshalb raten Experten dazu, vor dem ersten Tanken von E10 die Verträglichkeit sicherzustellen.

E 10 kann bei hohen Temperaturen und hohem Druck Korrosion auf Aluminium erzeugen. Das ist bereits bei der ersten Tankfüllung möglich. Das kann zu Lecks im Kraftstoffsystem führen. Ein weiteres Problem besteht in möglichen Schäden von anorganischen Komponenten und in einem möglichen Angriff auf Dichtungsmaterialien und Schläuche.

Alle Autohersteller können Auskunft im Hinblick auf die E 10 Verträglichkeit aller ihrer Modelle geben. Kommt es trotz einer Verträglichkeitseinstufung des Herstellers zu einem auf E 10 zurückzuführenden Schaden am Fahrzeug, muss der Hersteller dafür haften.

Mehrverbrauch von 1,5 Prozent

Der ADAC hat angekündigt, mögliche Schadensfälle im Zusammenhang mit E 10 zu dokumentieren und zentral zu erfassen. Weigert sich ein Hersteller trotz häufiger Schäden an einem bestimmten Modell zur Übernahme der Kosten, wird der Automobilclub eigenen Angaben zufolge seine Mitglieder unterstützen und z. B. Musterprozesse führen.

Ethanol enthält etwa ein Drittel weniger Energie als herkömmlicher Kraftstoff. Deshalb verbrauchen Fahrzeuge bei gleicher Leistung mehr, wenn sie mit E 10 betankt werden. Der ADAC taxiert den Mehrverbrauch auf 1,5 Prozent und berücksichtigt dabei, dass den bisherigen Kraftstoffen bereits 5 Prozent Bioethanol beigemischt wurden.

Höhere Preise sind für E 10 nur bedingt und wenn dann nur in sehr geringem Umfang gerechtfertigt. Der ADAC rechnet vor, dass Bioethanol auf Basis der Preise im zweiten Halbjahr 2010 zwar vor Steuern um 10 bis 20 Cent pro Liter teurer war als herkömmlicher Kraftstoff aus fossilen Brennstoffen. Daraus ergibt sich ein höherer Endpreis von 1 Cent pro Liter. Abhängig vom Rohölpreis kann der Kraftstoff aber auch günstiger sein.

Nutzen für die Umwelt umstritten

Im Hinblick auf die von der Politik angestrebten Vorteile für die Umwelt ist die Diskussion um Vor- und Nachteile von E 10 noch nicht abgeschlossen. Kritiker sehen insbesondere bei einer zusätzlichen Ausweitung der Bioethanol-Produktion in der Zukunft das Risiko von umweltschädlichen Brandrodungen in Regenwäldern zum Zwecke der Nutzlandgewinnung. Damit würde die Absicht der Einsparung von CO 2 unterlaufen.

Kritisch angemerkt wird zudem, dass eine wachsende Bioethanol-Produktion zu einer Konkurrenzsituation zwischen Agrarflächen für Nahrungsmittel und solchen für Treibstoffe führen könnte. Befürworter des Treibstoffes weisen beide Argumente zurück. Sie verweisen auf brachliegendes Ackerland in Deutschland, Europa und der Welt und auf die strengen Regelungen, die für den  Anbau von Pflanzen zum Zwecke der Treibstoffproduktion gelten.

Fazit: Ob E 10 einem Fahrzeug schadet, kann nur der Hersteller verbindlich feststellen. Besitzer älterer Baujahre sollten sich vor der ersten Tankfüllung unbedingt über mögliche Gefahren für ihr Auto informieren. Der Kraftstoffverbrauch steigt durch E 10 mit 1,5 Prozent gegenüber dem bisherigen Kraftstoff messbar, jedoch nur moderat an.

Was ist E 10 und welchen Fahrzeugen schadet es? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Donnerstag, 24. März 2011 um 20:50 Uhr.