Warum sind Geschäftskonten teurer als Privatkonten?

Selbständige und Freiberufler müssen für ihr geschäftliches Konto hohe Gebühren zahlen. Einen technischen Grund dafür gibt es nicht. Der Aufwand der kontoführenden Bank entspricht dem für Privatkonten. Kreditinstitute nutzen die zwangsweise höhere Zahlungsbereitschaft von Gewerbetreibenden und die geringere Wettbewerbsintensität aus.

 
 

Geschäftskonten sind nur sehr selten ohne laufende Grundgebühr erhältlich. Während Verbraucher mit guter Bonität sowohl Onlinekonten als auch Konten bei Filialbanken ohne Grundgebühr erhalten, müssen Gewerbetreibende mindestens 5, häufiger jedoch 10 Euro monatlich zahlen.

Die Kosten für Überweisungen und Daueraufträge bei Geschäftskonten sind mit denen von Privatkonten durchaus vergleichbar. Im Schnitt müssen für solche Aufträge höchstens ein bis zwei Euro mehr im Monat bezahlt werden. Allerdings fallen bei Geschäftskonten auch Gebühren für eingehende Überweisungen an, was bei Privatkonten unüblich ist.

Zudem müssen selbständige Kunden mit höheren Entgelten für die Zusendung von Kontoauszügen und die EC-Karte rechnen. Eine Kreditkarte ist bei Geschäftskonten ebenso wenig selbstverständlich wie ein Dispositionskredit. Wird ein solcher eingeräumt, ist er meistens nicht teurer als ein (keinesfalls günstiger) Dispokredit für Privatkunden.

Auch im Hinblick auf die Meldung der Bank an die Schufa gibt es keinen Unterschied zwischen Geschäftskonten und Privatkonten. In der Auskunft wird das Konto als gewöhnliches Girokonto eingestuft.

Einen rechtlichen Unterschied gibt es ebenfalls nicht. Gläubiger – z. B. das Finanzamt – können im Rahmen einer Pfändung auf das Geschäftskonto genauso zugreifen wie auf private Konten. Guthaben auf einem Geschäftskonto müssen auch bei einem eventuellen Antrag auf ALG II offengelegt und ggf. zunächst aufgebraucht werden.

Die preislichen Unterschiede zwischen Privatkonto und Geschäftskonto sind vergleichbar mit Tarifen: Für Geschäftskunden gibt es weniger günstige Tarife als für Privatkunden. Die geschäftliche Nutzung eines nur für Privatkunden angebotenen Kontos ist zwar möglich. Erfährt die Bank davon, kann sie das Konto aber mit sehr kurzer Frist kündigen.

Fazit: Geschäftskonten sind teurer als Privatkonten weil Banken diese Preisgestaltung bislang problemlos durchsetzen können. Der Wechsel zu einem der wenigen günstigen Geschäftskonten auf dem deutschen Markt spart nicht nur Betriebsausgaben, sondern fördert auch den Wettbewerb!

Warum sind Geschäftskonten teurer als Privatkonten? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Dienstag, 05. April 2011 um 13:55 Uhr.