Woran sind unseriöse Kreditvermittler zu erkennen?

Unseriöse Kreditvermittler versuchen, aus der finanziellen Not anderer Kapital zu schlagen. Sie versprechen Kredite, Umschuldungen und Beratung. Anstelle des erhofften Auswegs aus der Schuldenfalle schnappt diese dann  erst richtig zu: Teure Versicherungs- und Beratungsverträge treiben Schuldner noch weiter in den Ruin.

 
 

Die Schufa kam im Jahr 2007 in einer Studie zu dem Ergebnis, dass in Deutschland Jahr für Jahr fast 400.000 Menschen Opfer eines Kreditvermittlungsbetruges werden. Durchschnittlich werden Betroffene demnach um 380 Euro geprellt – in der Summe kassieren dubiose Anbieter in dieser „Branche“ so 150 Millionen Euro im Jahr.

Verbraucherschützer fordern vom Gesetzgeber seit langem eine Änderung: Kreditvermittler sollten nur dann Geld von ihren Kunden verlangen können, wenn es auch tatsächlich zu einer Kreditvermittlung kommt. Daran wird auch ersichtlich, woran unseriöse Kreditvermittler zu erkennen sind –und zwar zweifelsfrei.

Seriöse Anbieter verdienen nur Geld, wenn es zu einer erfolgreichen Vermittlung kommt. Unter Vermittlung ist dabei explizit die Auszahlung eines Darlehens zu verstehen und nicht etwa das Weiterleiten  von Antragsdaten. Wer mit der von Experten so bezeichneten „Vorkostenabzocke“  – Geld verdienen will, ist meist unseriös.

Kreditvermittler erhalten ihr Geld in der Regel von der Bank, die den Kredit vergibt und nicht direkt vom Kreditnehmer. Dieser zahlt die Vermittlungsgebühr zusammen mit seinen monatlichen Raten an die Bank. Unseriöse Anbieter lassen sich die unterschiedlichsten Bezeichnungen für zusätzliche Entgelte einfallen, die sie Kreditsuchenden in Rechnung stellen. „Bearbeitungspauschale“, „Porto du Auslagen“, „Gebühr für die Aufnahme in die Vermittlungsdatenbank“ – so oder so ähnlich klingen die Forderungen.

Eine weitere, scheinbar unsterbliche Masche ist die „Schuldensanierung“. Die angeblichen Helfer in der Not sprechen gezielt Verbraucher und finanziellen Schwierigkeiten an. Die Angebote suggerieren, dass es bei einer Unterschrift unter den Vertrag zu einem Kredit kommt. In Wahrheit verpflichten sich Verbraucher damit zur Zahlung von Entgelten für meist weitgehend nutzlose Beratungsleistungen oder ähnlichem und geraten noch tiefer in den Schuldensumpf.

Eine weitere Methode der ungenierten Schuldner-Schröpfung besteht im Verkauf von Versicherungen. Zusammen mit einem Kreditantrag flattern dann diverse unterschriftsreife Versicherungsverträge ins Haus. Anders als der Kreditvertrag, der mangels Annahme durch eine Bank nicht wirksam wird, kommt es aber zum Abschluss der Policen.

Fazit: Unseriöse Kreditvermittler lassen sich am Versuch erkennen, auch ohne Kreditvermittlung abzukassieren. Vorkosten und Versicherungen sind deshalb ebenso zu meiden wie Sanierungen etc. Wer bei seiner Suche nach einem Kredit nur noch „positives“ Feedback von  dubiosen Anbietern erhält, sollte sich fragen ob eine professionelle Schuldnerberatung nicht der bessere Ansprechpartner wäre.

Woran sind unseriöse Kreditvermittler zu erkennen? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Freitag, 18. März 2011 um 21:13 Uhr.