Was kosten Service-Rufnummern?

Anbieter von Service-Rufnummer sind gesetzlich verpflichtet, die anfallenden Gebühren anzuzeigen. Die Höhe der Verbindungskosten lässt sich jedoch auch an der Nummer selbst erkennen. Wer über die Bundesnetzagentur eine Nummer beantragt, muss sich innerhalb der festgelegten Gebühren-Staffel bewegen.

 
 

Kostenlose Sonderrufnummern
Neben Notruf-Nummern gibt es noch viele andere Sonderrufnummern, die  für den Anrufer kostenfrei sind. Hinter der Nummer 116 116 verbirgt sich zum Beispiel die zentrale Sperrannahme  für EC- und Kreditkarten. Auch Einrichtungen wie die Telefon-Seelsorge oder der weiße Ring führen kostenlose Nummern.

118-1 bis 118-9
Nummern mit dieser Struktur werden von Auskunftsdiensten genutzt – bekannte Auskünfte sind z. B. 11880 oder 18833. Der Gesetzgeber schreibt hier keinen Festpreis vor – Anbieter können selbst wählen, wie hoch die Verbindungskosten sind. Die meisten Auskünfte kosten zwischen 0,60 und 1,80 Euro pro Minute.

0100-0 bis 0100-9 sowie 010-1 bis 010-9
Hinter Nummern dieser Art verbergen sich Vor-Vorwahlen für Call By Call  Gespräche. Sie können nicht von jedem Anschluss aus gewählt werden, weil einige  Festnetz-Anbieter in ihren Vertragsbedingungen die Nutzung solcher Dienste ausschließen. Die Kosten kann der Anbieter selbst festlegen.

0137-1 und 0137-5
Anrufe bei diesen Nummern 14 Cent je Verbindung. Genutzt werden diese Nummern z. B. von günstigen Anbietern für Abstimmungen (Tele-Voting) und ähnlichen Diensten. In den meisten Fällen sind solche Dienste jedoch deutlich teurer (siehe nachfolgende Nummern).

0137-2, 0137-3, 0137-4 und 0138
Anrufe bei Services mit diesen Nummern kosten 14 Cent je 60 Sekunden. Genutzt werden die Nummern von Tele-Voting-Services und verwandten Diensten.

0137-6
Auch hier handelt es sich um eine Servicenummer aus dem Rufnummernraum für Tele Voting etc. Die Kosten pro Anruf betragen 25 Cent.

0137-7
Gleiches Spiel: Wer Nummern mit dieser Vorwahl anruft, landet bei einem Voting Angebot. Pro Anruf beträgt die Gebühr allerdings 1,- Euro.

0137-8 und 0137-9
Auch bei diesen Nummern handelt es sich um Voting-Nummern. Ein Anruf kostet 50 Cent. Häufig werden diese Nummern von Call-in-Gewinnspielen genutzt, bei denen TV-Zuschauer ein Rätsel lösen müssen und mit Glück ins Studio durchgestellt werden.

0164 und 0168-2 bis 0169-1
Hierbei handelt es sich um Nummern des Pagerdientes Cityruf. Die Kosten hängen von der Tageszeit ab. In der Zeit von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr betragen die Kosten 6,2 Cent pro 20 Sekunden. Zu allen anderen Zeiten sowie an Feiertagen fallen 6,2 Cent pro 30 Sekunden an.

0169-51 bis 0169-52
Auch hinter diesen Vorwahlen verbirgt sich der Servicedienst Cityruf. Die Kosten sind allerdings höher: Zu jeder Tages- und Nachtzeit fallen 6,2 Cent je 5 Sekunden an.

0169-2 und  0169-3
Servicenummern mit dieser Vorwahl gehören zum Pagerdienst Skyper und kosten 49 Cent je Verbindung.

0169-53
Auch hinter dieser Nummer steht der Pagerdienst Skyer – eine Verbindung wird mit 1,225 Euro berechnet.

0180-1
Servicerufnummern mit dieser Vorwahl gehören zu Shared-Cost-Diensten. Shared Cost bedeutet, dass der Anbieter ebenso einen Teil der Kosten übernimmt wie der Anrufer. Hinter diesen Diensten kann sich fast alles verbergen: Service-Hotlines von Unternehmen, Versicherungen oder Banken werden ebenso über 0180-1-Nummern abgerechnet wie Bestell-Hotlines. Der Anrufer zahlt 3,9 Cent pro angefangener Minute.

0180-2
Auch bei Rufnummern mit dieser Vorwahl handelt es sich um Shared Cost Modelle. Anrufer zahlen 6 Cent pro Verbindung. Häufig zu finden bei Service-Hotlines z. B. von Banken, sofern diese keine Ortsrufnummer nutzen.

0180-3
Rufnummern mit dieser Vorwahl sind ebenfalls Shared-Cost und kosten den Anrufer 9 Cent je Minute.

0180-4
Shared Cost mit 20 Cent Anrufer-Kosten pro Verbindung

0180-5
Shared Cost – der Anrufer zahlt 14 Cent pro 60 Sekunden

0181 bis 0189
Bei Rufnummern mit dieser Vorwahl gibt es keinen festen Preis, Anbieter können die Verbindungsgebühren selbst festlegen. Hinter Angeboten in diesem Format können sich zum Beispiel Hotlines für Kunden oder Interessenten oder Angebote mit individuellem Nutzerzugang verbergen.

0191 bis 0194
Der Anbieter legt die Kosten selbst fest. Häufig handelt es sich um Online-Dienste, die über einen Dialer für die Dauer der Nutzung abgerechnet werden.

032
Nummern mit der Vorwahl 032 werden von Anbietern genutzt, die einen ortsunabhängigen, nationalen Rufnummernraum benötigen. Voice over IP Dienste laufen häufig über diese Nummern. Der Anrufer muss Kosten in der Höhe eines Ferngesprächs innerhalb Deutschlands bezahlen. Wie hoch diese sind, hängt vom individuellen Tarif ab.

0700
Bei 0700-Nummern handelt es sich um persönliche Rufnummern, die sich Nutzer lebenslang sichern können. Die Nummern werden zum Beispiel verwendet, um auch nach einem Umzug ohne Nummernwechsel erreichbar zu sein. Anrufe über die 0700er-Nummer können an andere Anschlüsse weitergeleitet werden. Die Kosten für einen Anruf bestimmt der Anbieter.

0800
Rufnummern mit der Vorwahl 0800 sind für den Anrufer kostenfrei. Es kann sich um Service-Hotlines oder Bestellannahmen, aber auch um ganz andere Angebote handeln.

00800
Rufnummern mit dieser Vorwahl sind für den Anrufer kostenfrei. Es handelt sich um die internationale Variante von 0800-Nummern.

0900-1
Die Gebühren für einen Anruf bei Rufnummer mit der Vorwahl 0900-1 legt der Anbieter fest. Maximal dürfen laut Gesetz 3 Euro pro 60 Sekunden fällig werden. Abweichend davon kann ein anderes Abrechnungsmodell gewählt werden, bei dem pro Verbindung maximal 30 Euro Gebühren anfallen dürfen. Bei minutengenauer Abrechnung erfolgt nach 60 Minuten eine zwangsweise Trennung der Verbindung, die ebenfalls durch den Gesetzgeber vorgeschrieben ist.

Unter der Vorwahl 0900-1 werden Premiumdienste angeboten. In der Regel handelt es sich um Angebote mit Schwerpunkt auf Informationen, wie zum Beispiel Aktienkursen, Börsennachrichten etc.

0900-3
Rufnummer mit dieser Vorwahl führen zu Premiumdiensten. Häufig wird Anrufern Unterhaltung angeboten. Im Hinblick auf die Gebühren gelten dieselben Bedingungen wie bei Nummern mit der Vorwahl 0900-1.

0900-5
Über diese Vorwahl gelangen Anrufer zu Premiumdiensten, wie z. B. Erotik-Angeboten. Die Gebühren sind wie bei 0900-1-Nummern gestaltet.

0900-9
Hinter 0900-9 verbergen sich Dialer. Da sind gebührenpflichtige Einwahlprogramme für das Internet. In der Vergangenheit sind Dialer in Verruf geraten, weil sie mehrfach von unseriösen Anbietern genutzt worden waren und Kunden zu Schaden kamen bzw. ohne es zu merken horrende Rechnungen verursachten. Es gibt allerdings auch durchaus sinnvolle Angebote.

Weitere Informationen unter www.bundesnetzagentur.de

Was kosten Service-Rufnummern? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Samstag, 09. April 2011 um 10:19 Uhr.