Sind 1-Cent-Überweisungen immer Betrug?

Stellen Bankkunden beim Blick auf ihren Kontoauszug fest, dass ihnen ein Cent-Betrag überwiesen wurde, ist Aufmerksamkeit angesagt. Es kann sich um die Vorbereitung eines Betruges handeln. Ganoven überweisen Centbeträge an tausende willkürlich erstellte Kontonummern. Kommt der Betrag nicht zurück, wissen sie, dass ein Konto tatsächlich existiert. Dann bereichern sie sich durch Abbuchungen. 1 Cent Überweisungen können jedoch auch andere Ursachen haben.

 
 

Die Betrugsmasche ist hinlänglich bekannt, weil in Zeitungen und im Internet genauso davor gewarnt wird wie durch die Polizei und Verbraucherschützer. In der Praxis gab es in Deutschland bislang wenige bis gar keine bekannten Betrugsversuche nach diesem Muster. Das liegt auch an dem großen Risiko, das die Gangster eingehen. Bankkunden können sich zudem durch die regelmäßige Kontrolle ihrer Auszüge schützen.

Wer eine unberechtigte Lastschrift feststellt, kann sie einfach stornieren. Das ist binnen 6 Wochen nach dem Wertstellungsdatum möglich. Ein Anruf bei der Bank genügt. Der abgebuchte Betrag wird dem Konto sofort wieder gutgeschrieben. Sofern es sich um einen Betrugsversich handelt, können die Verursacher problemlos ausfindig gemacht werden. Banken führen keine Abbuchungen zugunsten von Konten in exotischen Ländern durch – auf diese Weise könnten die Betrüger somit durchkommen.

Häufig stecken hinter 1 Cent Überweisungen jedoch keine Betrüger, sondern seriöse Organisationen und Unternehmen. Online-Payment-Dienste zum Beispiel verifizieren auf diese Weise neue Kunden. Die Überweisung von 1 Cent ist billiger als der Versand eines Briefes. Auch Inkasso-Büros überweisen manchmal Centbeträge und informieren sich so darüber, ob eine bestimmte Kontoverbindung existiert.

Das Bankkonto dient gemeinnützigen Organisationen manchmal auch als Kommunikationsmittel. Auch hier sind Kostengründe maßgeblich. Hat ein Spender zum Beispiel seine Adresse nicht angegeben, wird per Mitteilung im Verwendungszweck um Rückruf gebeten, falls eine Spendenquittung benötigt wird.

Fazit: Wer sein Konto aufmerksam beobachtet, muss bei einer Cent-Überweisung nicht zusammenzucken. Schlimmstenfalls wird eine ungerechtfertigte Abbuchung storniert. In den meisten Fällen handelt es sich aber um einen harmlosen Anlass.

Sind 1-Cent-Überweisungen immer Betrug? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Sonntag, 10. April 2011 um 11:19 Uhr.