Wo erhalten Studenten heute noch Rabatt?

Studentenrabatte sind schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Ganz im Gegenteil: Von manchen öffentlichen Zuschüssen und Vergünstigungen sind Studierende sogar ausgeschlossen. Bei vielen vermeintlichen Studentenrabatten handelt es sich zudem um Schein-Angebote, die auch ohne Studentenausweis zum selben Preis erhältlich sind. Wo Studenten heute wirklich noch Rabatte erhalten und wann sich das wirklich lohnt.

 
 

Viele Unternehmen gewähren Studenten (und im Übrigen  auch Schülern sowie Wehr- und Zivildienstleistenden) Rabatte auf bestimmte Produkte und Leistungen. Beispiele dafür sind Ermäßigungen auf den Eintrittspreis in Schwimmbäder und ins Kino oder studentische Nachlässe auf Zeitungsabonnements. Um eine milde Gabe handelt es sich dabei in den seltensten Fällen. Studentenrabatte sind vielmehr ein Instrument der Gewinnmaximierung von Unternehmen, auch wenn das auf den ersten Blick absurd erscheint.

Studentenrabatte sind kein Geschenk

Am Beispiel eines für Studenten vergünstigten Zeitungsabonnements wird ersichtlich, warum Unternehmen Rabatte gewähren. Die Kosten für einen Zeitungsverlag bestehen im Wesentlichen aus Fixkosten (Redaktion, Druck etc.) Die zusätzlichen Kosten pro verkauftem Abonnement sind hingegen gering.

Deshalb lohnt es sich, einem Studenten ein Abo mit Rabatt auf den regulären Preis anzubieten. Der Verlag verdient dann trotz des geringeren Preises insgesamt mehr, als ohne das verkaufte Abo (ausgehend davon, dass es zum regulären Preis nicht zum Verkauf gekommen wäre).

Verlage nutzen den Studentenstatus zur Trennung der Märkte. Sie bieten einer besonders preissensiblen Kundschaft Abonnements zu einem vergünstigten Preis an, ohne mit den anderen Kunden in Konflikt zu geraten.

Rabatte für Kultur, Kommunikation und Konto

Das Mitführen des Studentenausweises lohnt sich vor allem in kulturellen Einrichtungen. Freibäder, Museen, Zoos und Theater bieten sehr häufig Rabatte für studentische Kundschaft. Günstige Angebote erhalten Studenten auch bei Banken: Konto, Karte und Co. sind oft ohne Grundgebühr erhältlich. Der Studentenstatus ist dafür heute allerdings nur in Einzelfällen erforderlich.

Erstens sind kostenlose Konten für fast jedermann leicht erhältlich und zweitens schneiden immer mehr Banken ihre Rabatte nicht mehr auf Studenten, sondern auf junge Leute zu – jeder bis zum Alter von 25 oder 30 kann dann von einer Vergünstigung profitieren.

Dieses Preismodell wenden auch immer mehr Mobilfunkanbieter an. Entweder wird ein prozentualer Rabatt auf einen bestimmten Tarif oder ein speziell für junge Leute konzipiertes Tarifmodell angeboten. Ist letzteres der Fall, muss es sich nicht zwingend um eine echte Vergünstigung handeln – möglicherweise gibt es andere Tarife, die besser passen. Einen expliziten Rabatt auf Festnetzanschlüsse bietet nur die Deutsche Telekom an.

Öffentliche Verkehrsmittel sind für Studenten oft günstiger

Klassische Studentenrabatte gibt es auch bei der Deutschen Bahn – allerdings nur für die Bahncard. Studenten zahlen für diese nur die Hälfte und fahren dann wie alle anderen Bahncard-Besitzer mit 25 bzw. 50 Prozent Ermäßigung auf den regulären Ticket-Preis. Das Angebot gilt nur für Studenten bis 26 Jahre.

Ob der Studentenausweis auch für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs gilt, hängt vom jeweiligen Standort der Uni ab. In einigen Städten ist nicht einmal die Nutzung des Nahverkehrs inklusive, in anderen können Studenten im gesamten Bundesland kostenlos fahren (allerdings nicht im ICE und anderen aufpreispflichtigen Zügen  der Deutschen Bahn.

In Fitnessstudios sind Studentenrabatte Verhandlungssache. Bei Weitem nicht alle Studios bieten standardmäßig eine Ermäßigung für Studenten. Vor allem in höherwertigen Studios kann sich die Nachfrage aber lohnen. Bei den günstigsten Ketten mit Monatspauschalen unter 30 Euro  sind meist keine Vorteile zu holen.

GEZ und Sozialleistungen: Mehr Nachteile als Vorteile

Wer studiert, verliert für die Dauer der Immatrikulation den Anspruch auf bestimmte Sozialleistungen. Wohngeld z. B. gibt es für Studenten in der Regel nicht. Eine Ausnahme sind Studierende mit Kind oder verheiratete Studierende, bei denen zumindest ein Partner keinen Anspruch auf Bafög hat. Möglich ist allerdings ein Wohnberechtigungsschein, wenn ein geringes Einkommen bezogen wird. Dann kann unter Umständen in einer günstigen Sozialwohnung gewohnt werden.

Bei der GEZ-Gebühr haben Studierende keine Vorteile, wenn sie nicht Bafög-berechtigt sind. Wer im eigenen Haushalt lebt, muss 17,98 Euro für Radio und TV zahlen. Bafög-Empfänger dürfen können sich von der Gebührenpflicht befreien lassen. Ohne Befreiung gilt die GEZ-Pflicht trotz Bafög-Anspruchs. Eine rückwirkende Befreiung ist nicht möglich.

Fazit: Der Studentenausweis ermöglicht punktuelle Rabatte, die anderen nicht zugänglich sind. Überschätzt werden sollte seine Wirkung aber nicht. Die Summe der Vorteile wiegt in den seltensten Fällen Studiengebühren auf.

Wo erhalten Studenten heute noch Rabatt? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Mittwoch, 13. April 2011 um 20:16 Uhr.