Supermarkt, Tankstelle, Baumarkt- wo sind Barabhebungen möglich?

Bargeld gibt es längst nicht mehr nur am Geldautomaten. Banken kooperieren mit Einzelhändlern, Tankstellen und anderen Unternehmen und ermöglichen zusammen mit diesen Barauszahlungen per EC-Karte. Häufig ist das sogar kostenlos und nicht an einen Einkauf gebunden. Die wichtigsten Bargeld-Quellen, Kosten und Voraussetzungen im Überblick.

 
 

Shell-Tankstellen

An bundesweit 1200 Shell-Tankstellen sind Barauszahlungen möglich. Ein Umsatz ist nicht erforderlich. Die Kooperation läuft unter Federführung der Postbank. Mit einer Girocard von Cash Group Banken (u.a. Deutsche Bank, Postbank) sind Auszahlungen kostenlos. Kunden anderer Banken zahlen 1,95 Euro je Auszahlung. Der maximale Auszahlungsbetrag entspricht dem, der auch am Geldautomaten für die jeweilige Karte gilt.

OBI-Baumärkte

In bundesweit 180 OBI-Baumärkten stehen Geldautomaten, die von der Postbank betrieben werden. Sie können mit jeder Girocard genutzt werden. Cash Group Kunden können kostenlos abheben, alle anderen zahlen 1,95 Euro. Ein Umsatz im Baumarkt ist nicht erforderlich. Auszahlungen sind in beliebiger Höhe bis zum jeweiligen Kartenlimit möglich.

Aral-Tankstellen

In Aral-Tankstellen stehen häufig Geldautomaten der ING-DiBa. Deren Kunden können dort kostenlos abheben  – alle anderen zahlen 1,95 Euro. Ein Umsatz in der Tankstelle ist nicht erforderlich. Auszahlungen sind lediglich durch das für die jeweilige Karte gültige Zahlungsverkehrslimit beschränkt.

OMV Tankstellen

Die Commerzbank stattet rund 100 OMV-Tankstellen in Süddeutschland mit Geldautomaten aus. Barauszahlungen sind ohne Umsatz in der Tankstelle möglich. Cash Group Kunden zahlen keine Gebühren, Kunden anderer Banken werden mit 1,95 Euro je Auszahlung zur Kasse gebeten. Es gilt das Kartenlimit, das auch an anderen Geldautomaten gilt.

REWE-Supermärkte

In REWE-Supermärkten können Kunden aller Banken mit ihrer EC-Karte kostenlos Bargeld abheben. Voraussetzung ist ein Einkauf im Wert von mindestens 20 Euro. Maximal können 200 Euro ausbezahlt werden. Die Auszahlung erfolgt an der Kasse durch das Personal. Das muss auf die gewünschte Auszahlung lediglich hingewiesen werden. Wird dann z. B. für 20 Euro eingekauft und sollen zusätzlich 200 Euro Bargeld ausbezahlt werden, wird der Abrechnungsbetrag auf 220 Euro erhöht. Bezahlt wird mit PIN, das Geld wird dem Girokonto belastet.

Penny-Discounter

Bei Penny sind Barauszahlungen mit allen Girocards kostenfrei. Voraussetzung ist ein Einkaufsumsatz in Höhe von mindestens 20 Euro. Maximal können 200 Euro ausbezahlt werden. Die Auszahlung erfolgt durch das Personal an der Kasse und der Abrechnungsbetrag (regulärer Einkauf plus maximal 200 Euro Bargeld) wird vom Girokonto abgebucht.

Banken setzen nicht zufällig auf Kooperationen mit Handelsunternehmen und Mineralölkonzernen. Sie wollen den Sparkassen und Volksbanken Konkurrenz machen, die vor allem in ländlichen Gebieten noch immer sehr viel mehr Geldautomaten stellen als die privaten Banken. Durch mehr Auszahlungsstellen sollen Girokonten bei Privatbanken attraktiver werden.

Ein zusätzliches Risiko gehen Bankkunden nicht ein. Die Geldautomaten in geschlossenen Tankstellen gelten als besonders sicher, da zum einen eine durchgängige Kameraüberwachung besteht und zum anderen während der Öffnungszeiten stets Publikumsverkehr herrscht oder zumindest das Personal anwesend ist. Manipulationen sind deshalb unwahrscheinlicher als an Geldautomaten, die während der Nacht kaum besucht sind.

Auch Barauszahlungen an der Supermarktasse sind kein Sicherheitsrisiko. Wird die PIN verdeckt eingegeben, kann unter normalen Umständen nichts passieren. Für Bankkunden ist die Ausweitung der Bargeldversorgung deshalb ein Vorteil.

Fazit: Fernab von Banken gibt es längst und beinahe flächendeckend genügend Möglichkeiten zur praktischen und kostengünstigen bzw. kostenlosen Bargeldversorgung. Die Anbieter weisen ausdrücklich auf diese Möglichkeit hin – mit etwas Aufmerksamkeit kann der nächste Umweg über die Bank erspart bleiben.

Supermarkt, Tankstelle, Baumarkt- wo sind Barabhebungen möglich? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Samstag, 16. April 2011 um 9:44 Uhr.