Wie wahrscheinlich ist ein Lottogewinn?

Ein Sechser im Lotto ist ausgesprochen unwahrscheinlich: Die Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung ergeben eine Chance von ca. 1:14 Millionen. Es ist sehr viel wahrscheinlicher, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen: Die Wissenschaft gibt hier eine statistische Wahrscheinlichkeit von 1:3 Millionen an.

 
 

Die Chance auf sechs richtige steigt mit jeder ausgefüllten Tippreihe. Wer 14 verschiedene Tipps abgibt, erhöht seine Chance auf ca. 1: 1 Million. Mit einem Sechser im Lotto sind allerdings längst nicht alle finanziellen Nöte für immer passe. Um richtig abzuräumen, brauchen Tipper den Jackpot und damit zusätzlich zu den sechs richtigen Gewinnzahlen auch noch die Superzahl. Diese wird aus den Ziffern 0 bis 9 gezogen. Die Wahrscheinlichkeit auf den Jackpot beträgt damit 1:140 Millionen.

98 Prozent der Tipps sind Nieten

Der Löwenanteil aller Tipps sind Nieten. Statistisch betrachtet entfallen rund 98 Prozent aller abgegebenen Tipps auf keine, eine oder zwei richtige Zahlen. Die Wahrscheinlichkeit auf drei richtige Zahlen liegt bei unter 1,8 Prozent. Vier Richtige werden mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 0,1 Prozent erwischt. Das bedeutet, dass statistisch betrachtet auf mehr als 1000 Tipps einmal die Gewinnklasse mit vier richtigen Gewinnzahlen zu erwarten ist. Gewinner erhalten dann allenfalls einige hundert Euro. Die Chance auf fünf Richtige ist mit weniger als 1:50.000 noch deutlich geringer.

Betriebswirtschaftlich lohnt sich Lottospielen nicht. Das liegt nur sekundär an der geringen Gewinnwahrscheinlichkeit. Ein  Großteil der Lottoeinsätze entfällt auf Steuern und andere Abgaben.  die nicht wieder an die Tipper ausgeschüttet werden. In Deutschland verfügt der Staat über ein Monopol auf Lotteriespiele. Private Anbieter dürfen in Deutschland keine Einsätze annehmen. Nur 50 Prozent der Einnahmen werden auch wieder ausgespielt.

Wahrscheinlichkeiten sind unbestechlich

Im Internet und in der Werbung tauchen immer wieder Strategien und Angebote auf, mit denen die Wahrscheinlichkeit auf einen Lottogewinn erhöht werden soll. Eine echte Verbesserung der Gewinnchancen gibt es dabei nicht. Sie lässt sich nur durch eine größere Anzahl von Tippreihen herstellen, was mit einem entsprechend höheren finanziellen Aufwand verbunden ist.

Tippgemeinschaften versprechen immer wieder die große Chance. Bei Tippgemeinschaften zahlen viele Tipper in einen Pool ein und tippen damit gemeinschaftlich viele Tippreihen. Die Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht sich dadurch tatsächlich. Gewinner müssen ihren Gewinn allerdings mit der Tippgemeinschaft teilen. Nüchtern betrachtet ändert sich dadurch gar nichts: Der höheren Trefferwahrscheinlichkeit steht eine geringere Ausbeute im Fall eines Gewinns gegenüber.

Muster auf dem Schein reduzieren den Gewinn

Für die jeweils nächsten anstehenden Lottozahlen sind auch subjektiv oft als wichtig wahrgenommene Ereignisse und Zusammenhänge irrelevant. Eine Zahl wird nicht deshalb mit einer höheren Wahrscheinlichkeit gezogen, weil sie mit dem Geburtstag einer nahestehenden Person im Bezug steht. Auch die Zahlen der letzten Ziehung sind nicht relevant.

Dennoch gibt es eine menschliche Komponente beim Lotto. Viele Spieler kreuzen auf dem Schein bestimmte Muster an, wie z. B. diagonale, vertikale oder horizontale Reihen, ein „Hufeisen“ etc. Wird eine solche Zahlenkombination gezogen, müssen sich viele Gewinner der Gewinn teilen – der Einzelne erhält dadurch weniger.

Fazit: Lottogewinne sind extrem unwahrscheinlich. Für den Jackpot gilt eine Wahrscheinlichkeit von 1:140 Millionen. Rational kalkuliert lohnt sich Lotto für die überwiegende Mehrheit der Spieler schon allein aufgrund der um 50 Prozent der Einsätze gekürzten Ausschüttungsquote.

Wie wahrscheinlich ist ein Lottogewinn? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Sonntag, 26. Juni 2011 um 8:35 Uhr.