Kann man mit Werbung auf dem Auto Geld verdienen?

Das Angebot klingt vielversprechend: Mit einem kleinen Aufkleber auf dem Auto Monat für Monat etwas hinzuverdienen. Das geht wirklich: Manche Unternehmen suchen nach Werbeflächen und sind auch bereit, dafür zu zahlen. Leider sind rund um PKW-Werbung viele unseriöse Anbieter unterwegs, die Autofahrern lediglich das Geld aus der Tasche ziehen. Woran seriöse Anbieter zu erkennen sind und wie viel sie wirklich zahlen.

 
 

Um es gleich vorweg zu sagen: Mit Werbung auf dem Auto lässt sich kein Vermögen verdienen. Seriöse Firmen zahlen zwischen 5,00 und knapp 200,00 Euro im Monat. Wie viel gezahlt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen Platzierung und Größe der aufgeklebten Werbung genauso wie die Dauer des Vertrages. Extrem wichtig sind zudem Fahrleistung, Fahrtroute und der regelmäßige Abstellplatz.

Gut sind die Verdienstmöglichkeiten für Pendler, die an fünf Tagen in der Woche einen längeren Weg zur Arbeit und zurück fahren und ihr Auto tagsüber auf dem Firmengelände abstellen. Wer sein Auto so gut wie nie aus der Garage bewegt, kann nicht mit nennenswerten Einnahmen rechnen.

Der Weg zum Nebenverdienst über Werbung auf dem Auto führt meistens über spezielle Agenturen, die Autofahrer in ihre Datenbank aufnehmen. Dabei werden Fahrzeugtyp und Farbe, regelmäßige Wege und Abstellorte erfasst. Die Agenturen bieten ihren Kunden dann Werbeflächen für bestimmte Kampagnen an. Die Aufnahme in die Datenbank sollte kostenlos sein. Wird eine sehr hohe Gebühr verlangt, handelt es sich oft nicht um seriöse Angebote.

Gebühren für Zugang zur Datenbank sind ein Warnsignal

Eher unseriös sind auch Offerten, bei denen Mindesteinnahmen versprochen werden. Eine tatsächliche Garantie gibt es dabei nicht. Die Versprechen sollen Fahrzeugbesitzer zur Zahlung von Aufnahme- oder Bearbeitungsgebühren animieren. Seriöse Agenturen verdienen ihr Geld aber an den werbenden Kunden und verlangen von Autofahrern in der Regel keine pauschalen Entgelte.

Schummeln funktioniert nicht. Damit sich die Investition in Werbung lohnt, müssen die beklebten Autos auch unterwegs sein. Der Kilometerstand wird deshalb kontrolliert – bewegt sich hier nichts, fließt auch kein Geld. Viele Anbieter kontrollieren die Routen von bezahlten Werbe-Autos auch per Satellit etc. Welche Rechte und Pflichten genau bestehen, wird in einem Vertrag zwischen Autobesitzer und Agentur geregelt.

Letztlich hängt es vom Einzelfall ab, wie viel Geld sich mit Werbung auf dem eigenen Auto verdienen lässt. Ein Aufkleber auf der Heckscheibe bringt bei seriösen Anbietern 5,00 bis 50,00 Euro. Werbung auf Fahrer- oder Beifahrerseite wird mit 50 bis 70 Euro besser vergütet als Werbung auf dem Dach, die 40 bis 60 Euro monatlich bringen kann. Für ein so genanntes Volldesign werden auch mehrere hundert Euro im Monat gezahlt – dann ist das Fahrzeug optisch aber nicht wiederzuerkennen. Die genannten Werte verstehen sich als grobe Orientierungsgrößen.

Hellhörig werden sollten Verdienstsuchende, wenn eine hohe Gebühr für die Aufnahme in eine Datenbank verlangt wird. Vertretbar ist ein solches Entgelt allenfalls dann, wenn es bei einer erfolgreichen Vermittlung anfällt und mit den Werbeeinnahmen verrechnet wird. Dann besteht seitens des Anbieters ein Interesse an einer tatsächlichen Vermittlung, was bei einempauschalen Entgelt nicht der Fall ist. Einen großen Bogen sollten Interessenten im Angebote machen, die nur über 0900-Nummern zu erreichen sind.

Sicher sind schriftliche Verträge mit seriösen Agenturen. Die Seriosität lässt sich oft durch eine Recherche im Internet feststellen. Das Zahlungsausfallrisiko sollte zudem nicht beim Fahrer liegen: Zahlt der Werbekunde die Agentur nicht aus, fließt sonst kein Geld. Da in der Regel nachschüssig bezahlt wird, kann das ein Problem werden.

Fazit: Reich wird mit Werbung auf dem Auto niemand. Wer die Optik seines Fahrzeugs opfern und einen Aufkleber verschmerzen kann, verdient bei seriösen Anbietern aber ein kleines Zubrot. Wo viel mehr versprochen wird, steckt meistens Abzocke dahinter.

Kann man mit Werbung auf dem Auto Geld verdienen? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Sonntag, 03. Juli 2011 um 19:25 Uhr.