Was hilft gegen Muskelkater?

Muskelkater trifft nicht nur ungeübte Anfänger, sondern auch ambitionierte Sportler. Damit er schnell wieder verschwindet helfen einige bewährte Maßnahmen und Hausmittel. Andere vermeintlich wohltuende Behandlungsmethoden hingegen sind so falsch wie Mythen über die Ursache des Phänomens. Wer einige Grundregeln beachtet kann aber auch präventiv viel tun und den Muskelkater verhindern.

 
 

Wer unter Muskelkater leidet sollte auf gar keinen Fall mit einer Massage Abhilfe zu schaffen versuchen. Massagen – auch die vom Profi – üben Druck auf den lädierten Muskel aus und verzögern damit den Heilungsprozess. Besser geeignet zur Therapie sind Maßnahmen, die die Durchblutung im Muskel fördern.

Ein Muskelkater resultiert aus Abfallprodukten

Die Symptome eines Muskelkaters treten auf, wenn sich durch ungewohnte Anstrengung kleine Risse im Muskel bilden. An den betroffenen Stellen bilden sich winzige (und medizinisch betrachtet ungefährliche) Entzündungen, zu denen später Wasser hinzutritt.

Die kleinen Risse im Muskel hinterlassen Abfallprodukte, die mit einiger Verzögerung zur sportlichen Belastung aus dem Muskel heraus transportiert und abgebaut werden. Die Abfallprodukte geraten beim Verlassen des Muskels mit dem Nervensystem in Kontakt, wodurch der bekannte Schmerz entsteht.

Wer die Durchblutung fördert, unterstützt den Abbauprozess und erlangt schneller die Beschwerdefreiheit zurück. Ohne viel Aufwand lässt sich die Durchblutung mit einer heißen Dusche, Wärmewickeln, einer Wärmflasche oder Wärmelampe fördern. Etwas mehr Zeit nimmt ein Saunabesuch in Anspruch.

Wer dem Muskelkater mit einem heißen Bad den Kampf ansagen will, kann die durchblutungsfördernde Wirkung durch entspannende Heilkräuter fördern. Dafür gibt es fertige Produkte, die einfach ins Badewasser gemischt werden. Neben Eukalyptus gelten auch Fichtennadeln und Rosmarin als entspannend.

Warum Fußballprofis am nächsten Tag auslaufen

Muskelkater lässt sich aber auch aktiv bekämpfen. Nicht umsonst laufen Fußballprofis am Tag nach dem Spiel aus. Ein paar lockere Runden fördern ebenfalls die Durchblutung und regen zusätzlich den Stoffwechsel an. Wer mit der Last eines schweren Muskelkaters übertreibt tut sich allerdings nichts Gutes:  Dann kann es durchaus sein, dass die Beschwerden sich verschlimmern und noch mehrere Tage zu spüren sind.

Die Symptome eines Muskelkaters treten oft erst 24 Stunden nach der eigentlichen Belastung auf. Kommt der Kater viel später, ist das ein Zeichen für eine extreme Überlastung. Bis heute hält sich das Gerücht, Muskelkater sei das Resultat einer Übersäuerung des Muskels. Mittlerweile ist wissenschaftlich weitgehend belegt, dass dies nicht der Fall ist.

Wäre das bei einer Übersäuerung entstehende Abfallprodukt Laktat ursächlich für die Beschwerden, wären geübte und professionelle Sportler ebenso häufig betroffen wie Ungeübte. Jene sind es aber, die am häufigsten mit den Beschwerden zu kämpfen haben.

Anfänger: Nicht zu lange und nicht zu stark

Wer wenig bis gar nicht trainiert ist und mit sportlicher Betätigung beginnen möchte sollte es ruhig angehen lassen. Die anfängliche Übermotivation kehrt sich sonst schnell um, wenn am Tag nach dem Sport der Alltag nur noch mit Schmerzen bewältigt werden kann.

Maß zu halten gilt es bei der Dauer und der Intensität der Belastung. Doch nicht nur das ist auschlaggebend. Das Risiko eines Muskelkaters hängt auch von der Art der Bewegung ab. Vor allem Belastungen bei gestrecktem Muskel können den Kater nach sich ziehen. Solche Belastungen sind an Geräten im Fitnessstudio, aber auch beim Bergablaufen möglich.

Fazit: Durchblutung fördern heißt das Zauberwort bei Muskelkater. Wärme und moderate Bewegung helfen am besten.

Was hilft gegen Muskelkater? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Donnerstag, 30. Juni 2011 um 20:14 Uhr.