Wie sicher ist eine Garantie für Solaranlagen?

Solarstrom liegt im Trend: Immer mehr Hausbesitzer nutzen die staatlichen Förderungen und installieren sich Photovoltaik-Module auf dem Dach. Wie immer bei Trend-Produkten ist auch diesmal genau hinsehen angesagt. Die auf den ersten Blick üppigen Garantien der Hersteller entpuppen sich bei genauerem Hinsehen oft als lückenhaft. Im schlimmsten Fall wird die saubere Energie zur eiskalten Kostenfalle.

 
 

Käufer von Solarmodulen haben Anspruch auf die gesetzlich geregelte Gewährleistung. Diese schützt binnen 24 Monaten nach dem Kauf. Treten in dieser Zeit Mängel auf, muss der Verkäufer dafür geradestehen. Schadenersatz für ausgefallene Stromerzeugung können Verbraucher zwar nicht verlangen. Sie können den Verkäufer aber für die Kosten für Transport, Material und Arbeitsleistung in die Pflicht nehmen, die für die Erfüllung der Gewährleistungsansprüche erforderlich sind.

Garantie ist keine Gewährleistung

Problematischer als die Gewährleistung sind Garantien. Garantieversprechen gehen über die gesetzliche Gewährleistung hinaus. Manche Hersteller versprechen zum Beispiel, dass ihre Anlagen bis zu 30 lang Strom erzeugen. Auf Material- und Verarbeitungsfehler werden Garantien bis zu zehn Jahre vergeben.

Was eine solche Garantie wert ist lässt sich allerdings oft nur im Kleingedruckten erfahren. Verbraucherschützer monieren kundenunfreundliche Klauseln. So wird die Garantie zum Beispiel bei „Nachlässigkeit“ ausgeschlossen, ohne dass dieser „Tatbestand“ genauer spezifiziert wird. Verbraucher werden so im Unklaren gelassen.

Nachteilig aus Kundensicht sind auch häufig sehr kurze Fristen für die Anzeige von Mängeln – bei einigen Anbietern gerade einmal wenige Wochen. Wird ein Sachverhalt nicht in dieser Zeit gemeldet, entfällt der Garantieanspruch. Auffällig zudem: Der Gerichtstand vieler Garantieklauseln befindet sich im Ausland. Verbraucher müssten ihre Ansprüche dann in Madrid oder New York geltend machen. Das ist umso ärgerlicher, wenn im Kleingedruckten zusätzlich alle Kosten für die Geltendmachung der Ansprüche auf den Kunden umgelegt werden.

Verbraucherzentralen versuchen derzeit, durch Musterprozesse mehr Klarheit zu erlangen. Sie haben auch bereits einige Anbieter abgemahnt. Ob sich abwarten lohnt ist aufgrund des nach wie vor bestehenden Drucks auf die staatliche Förderung ungewiss. Hausbesitzer sollten jedoch in jedem Fall einen Blick ins Kleingedruckte werfen: Nicht alle  Anbieter nutzen unfaire Klauseln.

Fazit: Die Gewährleistungsansprüche bei Solaranlagen sind sicher, die Garantien hingegen nicht. Die Qualität einer Garantie lässt sich nur im Kleingedruckten erfahren. Wer Zeit hat, sollte auf den Ausgang der Musterprozesse der Verbraucherzentralen warten.

Wie sicher ist eine Garantie für Solaranlagen? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Samstag, 30. Juli 2011 um 20:23 Uhr.