Was sind die Symptome einer EHEC Infektion?

 
 

Der EHEC Darmerreger hält seit Wochen nicht nur den Norden Deutschlands in Atem. Stand Anfang Juni sind bereits mehr als 20 Menschen der Infektion mit dem Bakterium zum Opfer gefallen. Viele der 1600 Infizierten ringen noch um ihr Leben. Was aber ist der EHEC Erreger, wo kommt er her, welche Symptome treten auf und welcher Krankheitsverlauf kann sich einstellen? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Der EHEC Erreger ist keineswegs neu. Die Erkrankung tritt in Deutschland seit vielen Jahren auf. Neu ist aber erstens die rasche Ausbreitung: Binnen weniger Wochen steckten sich mehr Menschen mit dem Keim an als sonst in einem Jahr. Zweitens ist der Erreger sehr viel aggressiver. Neu ist auch, dass diesmal vor allem erwachsene Frauen betroffen sind. Zuvor waren schwerpunktmäßig Kinder im Alter von unter fünf Jahren erkrankt.

EHEC Infektion: Welche Symptome treten auf?

Eine Infektion mit dem EHEC Bakterium muss nicht zu Beschwerden führen. Sie kann vollkommen harmlos verlaufen. Ansonsten äußern sich nach zwei bis zehn Tagen Inkubationszeit Beschwerden. In den meisten Fällen beträgt die Inkubationszeit drei bis vier Tage.

Zunächst entsprechen die Symptome einer Magen-Darm-Grippe. Auf Appetitlosigkeit folgen meist Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerzen im Magen-Darm-Bereich. Vorwiegendes Symptom sind aber wässriger oder auch blutiger Durchfall. Fieber kann in seltenen Fällen zusätzlich auftreten. Ein Teil der Betroffenen klagt zusätzlich über Krämpfe im Magen-Darm-Bereich.

So unangenehm die Symptome sind, so harmlos sind sie auf langfristige Sicht. Wirklich problematisch ist eine als hämolytisch-urämisches Syndrom bezeichnete Komplikation. Dabei dringt das Bakterium in die Blutbahn ein und zerstört Blutzellen. Es kommt zur Schädigung kleiner Blutgefäße und zum Verlust von roten Blutkörperchen und Blutplättchen. Das wiederum kann zu einem akuten Nierenversagen führen, was im schlimmsten Fall tödlich endet.

Auch wenn es nicht zum Tod kommt kann die Erkrankung Folgen haben. Während bei Infektionen im Kindesalter bei richtiger Behandlung nur selten Folgeschäden auftreten, kann es bei Erwachsenen zu bleibenden Nierenschäden kommen, die eine lebenslange Dialyse erforderlich machen können. Auch Hirnschäden sind durch die möglichen Schadstoffe im Blut nicht auszuschließen.

Wie kommt es zur Ansteckung mit EHEC?

Die Aufnahme des Keims erfolgt unbewusst mit der Nahrung. Liegt eine Kontamination des Essens mit dem Erreger vor, ist eine Ansteckung sehr wahrscheinlich. Bereits 100 Erreger reichen aus, um beim Menschen eine Infektion auszulösen. Im Rahmen der aktuellen EHEC-Welle warnten die Behörden vor dem Verzehr von Gurken, Tomaten, Salat und Gemüsesprossen.

In der Vergangenheit trat die Infektion auch im Zusammenhang mit Fleisch und Rohmilch auf. Verbraucher können eine Infektion durch das Abkochen von Nahrungsmitteln verhindern. Ab einer Temperatur von ca. 70 Grad stirbt der Keim ab. Darüber hinaus sollte in Küche und Kühlschrank während einer Infektionswelle besonders auf die Hygiene geachtet werden.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Bei erkrankten Patienten werden vor allem die Symptome und Komplikationen behandelt. Kommt es zum Nierenversagen werden Patienten mit einer Dialyse behandelt. Zudem wird das Blutplasma ausgetauscht. Um den bei Durchfallerkrankungen typischen Salz- und Elektrolythaushalt auszugleichen werden bei der stationären Behandlung Kochsalzinfusionen verabreicht.

Ein Problem bei der Behandlung ist die Reaktion der Keime auf Antibiotika, die sonst bei bakteriellen Infektionen zum Einsatz kommen.  Die EHEC-Erreger setzen beim Absterben extrem viele Giftstoffe frei, die zu erheblichen Komplikationen führen können.

Was sind die Symptome einer EHEC Infektion? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Shirin am Sonntag, 10. Juni 2012 um 0:16 Uhr.
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