Charge, Revolving, Debit, Prepaid: Welche Kreditkarte kann was?

 
 

Kreditkarten unterscheiden sich im Hinblick auf den Abrechnungsmodus. Karten von Diners Club und Amex sind immer als Charge-Karten konzipiert. Bei Visa und MasterCard entscheidet die Bank. Der Kartenmodus ist wichtig für Kosten, Fälligkeit der Rechnung und die Anforderungen an die Bonität.

Wird eine Kreditkarte zusammen mit einem Girokonto angeboten, handelt es sich meistens um eine Debitcard. Die Umsätze werden wie bei einer Girocard entweder sofort oder sehr zeitnah dem Konto belastet. Ein Zahlungsziel gibt es somit nicht. Debitcards erfordern dennoch eine gute Bonität. Sie ermöglichen weltweites bargeldloses Zahlen und Barverfügungen am Geldautomaten. Kreditkarten im Debit-Modus sind als Visa und MasterCard erhältlich.

Charge-Karten bieten ein Zahlungsziel

Anders bei Charge-Karten. Charge-Cards sind als Visa, MasterCard, Amex und Diners Club erhältlich. Die Umsätze werden gesammelt und in monatlichen Abständen in Rechnung gestellt. Für die Rechnung kann ein zusätzliches Zahlungsziel bestehen. Allein durch die nachschüssige Abrechnung bieten die Karten bereits einen Zahlungsaufschub.

Charge-Kreditkarten sind mit einem echten Kreditrahmen ausgestattet. Sie werden deshalb nur an Kunden mit einwandfreier Bonität ausgestellt. Einige Banken statten ihre Kreditkarten zusätzlich mit einer optionalen Teilzahlungsfunktion aus. Dann handelt es sich um eine Revolving Card. Revolving Cards sind ausschließlich als Visa und MasterCard erhältlich.

Revolving Cards mit Ratenzahlung

Inhaber einer Revolving Card können zunächst das zinsfreie Zahlungsziel im Charge-Modus nutzen. Bei Fälligkeit der Rechnung können sie dann wählen, ob sie die gesamte Rechnung oder nur einen geringen Prozentsatz zahlen möchten. Die Mindestraten liegen abhängig von der kontoführenden Bank zwischen 1,5 und 5 Prozent des jeweils offenen Saldos monatlich.

Wird die Teilzahlungsfunktion in Anspruch genommen, berechnet die Bank Zinsen. Auf dem deutschen Markt haben sich ausgesprochen hohe Zinsen für Teilzahlungen etabliert. Im Schnitt liegen sie zwischen 12 und 20 Prozent p.a. Nicht zuletzt deshalb sind Revolving Cards häufig für sehr geringe Jahresgebühren erhältlich.

Prepaid Kreditkarte auch ohne Schufaauskunft

Sowohl bei Charge- als auch bei Revolving-Cards gelten meistens abweichende Regelungen für Barverfügungen. Diese werden üblicherweise vom Tag der Abhebung an mit dem Sollzinssatz verzinst. Das bei Einkaufsumsätzen bestehende zinsfreie Zahlungsziel entfällt. Bei manchen Charge-Cards werden abweichend von der sonst geltenden monatlichen Abrechnung Bargeldumsätze umgehend dem Konto belastet, was sonst nur bei Debitcards der Fall ist.

Seit etwa zehn Jahren sind in Deutschland Prepaid Kreditkarten erhältlich. Sie ermöglichen Umsätze nur bei ausreichender Kontodeckung. Es kommen ausschließlich Bezahlverfahren mit Echtzeit-Prüfung des Guthabens zum Einsatz, so dass ein Negativsaldo ausgeschlossen ist.

Dadurch sind Prepaid Kreditkarten auch mit negativen Schufaeinträgen und als Visa und MasterCard erhältlich. Die Karten ermöglichen Einkäufe im Einzelhandel und im Internet und sind fast immer auch mit einer PIN für Barauszahlungen ausgestattet. Die Jahresgebühren liegen zumeist deutlich höher als bei anderen Kreditkarten. In den vergangenen Jahren sind die Preise allerdings spürbar gesunken.

Fazit: Welche Zusatzleistungen eine Kreditkarte bietet, ist prinzipiell unabhängig vom Abrechnungsmodus, da es sich wie bei Versicherungen etc. um eigenständige Verträge handelt. In der Praxis sind die Zusatzleistungen bei Prepaid- und Debitcards spärlich.

Charge, Revolving, Debit, Prepaid: Welche Kreditkarte kann was? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Montag, 10. Dezember 2012 um 10:47 Uhr.
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