Steuern und Sozialabgaben – was zahlt man als Student?

 
 

Studenten können sich unter bestimmten Umständen ganz oder teilweise um die Beiträge zur Sozialversicherung drücken. Wenn das Einkommen nicht zu hoch ist fällt auch keine Einkommensteuer an. Achtung: Wer zu viel verdient kann den Anspruch auf Bafög oder Kindergeld verlieren.

Während des Semesters können Studierende als Werkstudenten arbeiten. Werden die Voraussetzungen für das Werkstudentenprivileg erfüllt, müssen keine Beiträge zur gesetzlichen Kranken– und Arbeitslosenversicherung und die Pflegeversicherung gezahlt werden. Die Beiträge zur Rentenversicherung sind aber fällig.

Damit die teilweise Befreiung von der Sozialversicherungspflicht greift, darf die wöchentliche Arbeitszeit während des Semesters 20 Stunden nicht überschreiten. Während der Semesterferien ist mehr erlaubt. Aber: Auf das Gesamtjahr bezogen darf die Anzahl der Wochen mit einer Arbeitsleistung von mehr als 20 Stunden 26 nicht übersteigen.

Keine Sozialabgaben bei geringfügigen Jobs

Ist eine Beschäftigung geringfügig, entfällt die Versicherungspflicht. Der Status als geringfügig Beschäftigter ist unabhängig von der Immatrikulation. Als geringfügig gilt eine Beschäftigung u.a. dann, wenn sie im Kalenderjahr an nicht mehr als 50 Tagen ausgeübt wird. In diesem Fall besteht keine Versicherungspflicht und weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer müssen Beiträge entrichten.

Ein Tipp: Wer eine kurzzeitige Beschäftigung annimmt um Geld zu verdienen sollte den Chef auf die 50-Tage-Regel hinweisen. Mit etwas Verhandlungsgeschick lässt sich vielleicht etwas mehr Lohn herausholen: Schließlich spart sich der Arbeitgeber die Lohnnebenkosten von ca. 20 Prozent.

Wichtig: Die Befreiung von der Sozialversicherungspflicht gilt nur, wenn die Beschäftigung von vornherein als geringfügig eingestuft werden muss oder dies per Vertrag so geregelt wird. Es ist z. B. nicht möglich, über mehrere Jahre hinweg ohne Sozialabgaben jedes Jahr an 50 Tagen für einen Arbeitgeber zu arbeiten. Dann würde die Tätigkeit als berufsmäßig eingestuft und es müssten Sozialabgaben entrichtet werden.

Wie wirkt sich das auf die Rente aus?

Wer sich um seine spätere Rente sorgt, tut das mit Recht. Die Befreiung der Einkünfte einer geringfügigen Beschäftigung von der Rentenversicherungspflicht hat damit allerdings nicht viel zu tun. Ein jährliches Einkommen von 6.500 Euro entspricht etwa einem Fünftel des Durchschnittseinkommens in Deutschland (bezogen auf das für die Rentenversicherung maßgebliche Einkommen).

Wer ein Jahr lang Beiträge für das Durchschnittseinkommen abführt, erhält später nach aktuellen Stand gut 27 Euro Rente im Monat. Studenten mit 6.500 Euro Jahreseinkommen verzichten also auf eine spätere Rente von gut 5 Euro. Über das gesamte Studium hinweg betrachtet kommen so kaum 30 Euro monatliche Rente zusammen, auf die kein Anspruch erworben wird.

400-Euro-Job und Mini-Job

Jeder Bürger kann einen 400-Euro-Job ausüben. Die Einkünfte aus einem 400-Euro-Job sind von Steuern und Sozialabgaben befreit. Der Arbeitgeber muss allerdings eine Pauschale in Höhe von ca. 28 Prozent der Lohnkosten abdrücken. Einzige Ausnahme sind Mini-Jobs in Privathaushalten, die 5 Prozent Abgabe zahlen müssen. Maßgeblich für den Status eines 400-Euro-Jobs ist, dass die regelmäßigen monatlichen Einkünfte 400 Euro nicht übersteigen.

Bis zu zwei Überschreitungen im Jahr sind unschädlich, wenn sie unvorhersehbar waren. Die Unvorhersehbarkeit wird z. B. angenommen, wenn ein erkrankter Kollege zeitweise vertreten werden musste. Studierende können wie andere Beschäftigte auch einen Mini-Job neben einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit ausüben. Übersteigt das monatliche Einkommen aus einer Beschäftigung 400 Euro, greift die Sozialversicherungspflicht. In einer Gleitzone zwischen 400 und 800 Euro fallen sie aber nicht sofort in voller Höhe an.

Steuern sparen als Student

Studenten unterliegen in Deutschland der Steuerpflicht. Ein studentisches Privileg gegenüber dem Finanzamt gibt es nicht. Einkommen bis 8001 Euro im Jahr werden nicht besteuert – bei dieser Grenze handelt es sich um den Grundfreibetrag der jedem Bürger zusteht.

Wird mehr verdient, fallen Steuern auf den Einkommensanteil über 8.000 Euro an. Wer etwas darüber liegt zahlt zwar nicht viel. Problematisch kann es aber im Hinblick auf Kindergeld und andere Leistungen werden. Der Kindergeldanspruch erlischt ab einem jährlichen Einkommen von mehr als 8.001 Euro. Es kann in diesem Zusammenhang auch zu Nachforderungen kommen.

Studenten können bestimmte Kosten steuerlich geltend machen und auf den Grundfreibetrag draufschlagen. Insbesondere die Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung fallen hier ins Gewicht. Aber auch Studiengebühren (auch wenn sie mit einem Studienbeitragsdarlehen finanziert wurden) und Zinsen für Studienkredite können abgesetzt werden.

Fazit: Studenten können das Brutto zum Netto machen, wenn sie einige Bedingungen erfüllen und nicht zu viel neben dem Studium arbeiten. Die Auswirkungen auf die spätere Rente sind überschaubar – wer wenig Geld hat sollte es nicht in die Rentenversicherung investieren, wenn kein Zwang besteht.

Steuern und Sozialabgaben - was zahlt man als Student? Richtig absetzen und sparen. » Antwort auf Frage.org geschrieben von Julian am Sonntag, 09. Dezember 2012 um 15:58 Uhr.
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