Führerschein bekommt Mindesthaltbarkeitsdatum

 
 

Die Quintessenz zuerst: Ab dem kommenden Jahr 2013 muss der Führerschein im Abstand von 15 Jahren erneuert werden. Damit setzt die Bundesregierung einen geltenden Beschluss der Europäischen Union in deutsches Recht um.

Annähernd 100 verschiedene Führerscheinmodelle gelten gegenwärtig noch in der EU. Sie sollen vereinheitlicht und durch den europäischen Führerschein ersetzt werden. Hauptargument für die Vereinheitlichung ist die verbesserte Sicherheit: Die neuen Dokumente werden erheblich fälschungssicherer.
Außerdem generiert der 15-Jahres-Turnus einen aktualisierten Namen und ein ebenso aktuelles Passfoto auf jedem Führerschein. Nicht zuletzt wird der ominöse Führerscheintourismus innerhalb der europäischen Grenzen eingegrenzt.
Die grundsätzliche Erlaubnis zum Fahren wird durch die Neuregelung allgemein nicht tangiert: Eine neue ärztliche Kontrolle oder gar eine neue Prüfung sind nicht notwendig.
Gültigkeit erlangt die 15-Jahres-Regelung aber nur für Führerscheine, die ab dem 19. Januar 2013 aktuell ausgegeben werden. Langjährige Verkehrsteilnehmer, deren Führerschein schon älter ist, können sich mit dem Umtausch des Dokuments noch bis 2033 Zeit lassen. Dann gehen früher erworbene Besitzstände nicht verloren, genaue Vermerke informieren über die generierten Klassen.
Das deutsche Verkehrsministerium erinnert daran, dass die Gültigkeit des Führerscheins bei Lkw- und Busfahrern schon seit dem Jahr 1998 auf einen Zeitraum von 5 Jahren begrenzt ist.
So wird der einheitliche europäische Führerschein zur Pflicht und der Staat verdient wieder einmal schön mit: Die Erneuerung der Fahrerlaubnis soll den Verkehrsteilnehmer nach Medienangaben 40 Euro kosten.

Darüber hinaus gibt es weitere Neuregelungen:
Über die überarbeitete Anhängerregelung ist es Inhabern der Führerscheinklasse B möglich, Gespanne bis 3 500 kg Gesamtmasse fahren zu können. 3 500 kg ist nun auch die gültige Grenze für Inhaber der Klasse BE.
Die Autoversicherer berücksichtigen zum 1. Januar 2013 das Alter des Versicherungsnehmers sowie das Alter des jüngsten Fahrzeugnutzers. So werden fast 50 Prozent aller Pkw in neue Typenklassen eingeordnet werden. Weil die Typenklassen sowohl die Unfall- als auch die Schadensbilanz des jeweiligen Automodells widerspiegeln, sind sie erheblicher Einflussfaktor auf die Dimensionierung des Versicherungsbeitrages.
Eine hohe Einstufung generiert eine teure Versicherung. Das wird in der Haftpflichtversicherung mehr als die Hälfte der umgestuften Fahrzeuge betreffen. Im Segment Vollkaskoversicherung wird immerhin noch ein Drittel der Fahrzeuge hochgestuft werden.
Auch die Regelungen für städtische Umweltzonen werden deutlich schärfer.
Im Verlauf des Jahres 2013 soll auch das Flensburger Punktesystem für Verkehrssünder reformiert werden. Dann sollen nur noch Verstöße gegen die Verkehrssicherheit mit Punkten in Flensburg geahndet werden. Was ausnahmsweise so milde daher kommt, kann sich als Pferdefuß entpuppen, denn bereits 15 Punkte sollen den Entzug des Führerscheins nach sich ziehen.

Der Führerschein erhält ein Verfallsdatum und verschiedene Gesetze werden reformiert. Gesamtfazit ist: Der Autofahrer zahlt wieder drauf.

Führerschein 2013 - Änderung für den EU-Führerschein ab 2013 » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Mittwoch, 28. November 2012 um 21:47 Uhr.