Verordnet die EU eine neue Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel?

Mit irreführenden Kennzeichnungen auf den Lebensmitteln soll jetzt Schluss sein, denn die europäische Union hat beschlossen für alle Hersteller eine neue Kennzeichnungspflicht einzuführen.

 
 

Während in der Vergangenheit die Werbung der Lebensmittel in erster Linie bei den Herstellern lag und diese sich natürlich vor allen Dingen auf die vermeintlich gesundheitsfördernden Faktoren ihrer Produkte angepriesen haben, macht die EU jetzt Schluss damit. Laut Verbraucherministerin Aigner gilt: „Was auf der Verpackung steht, muss auch stimmen.“ Steht also beispielsweise dort, „wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus“, so muss dieser Nutzen auch nachweisbar sein und zum Beispiel von Medizinern oder Ernährungsberatern entsprechend belegt worden sein.

Die Health-Claims-Verordnung soll irreführende Werbung künftig unterbinden

Welche Faktoren genau als gesundheitsfördernd zu bezeichnen sind, legt die so genannte „Artikel-13-Liste“ der Health-Claims-Verordnung fest. Hier stehen aktuell 222 Angaben bezüglich einer gesundheitsfördernden Wirkung von bestimmten Inhaltsstoffen. Schirmherrin dieser Liste ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Demnach darf zum Beispiel Calcium zum Erhalt gesunder Knochen aufgeführt werden. Ebenso bewiesen ist, dass Vitamin C dem Immunsystem auf die Sprünge hilft. Alle Angaben die nicht auf der Liste erscheinen, dürfen auch später nicht auf das fertige Produkt als Werbung aufgedruckt sein, dazu gehören Aussagen wie bestimmte Joghurts die gesund sind und das im System stärken sollen oder zuckerfreie Kaugummis.

Ausarbeitung kann Jahre dauern

Noch ist die Liste nicht vollständig und gilt lediglich als erster Vorstoß einer groß angelegten Kampagne für alle europäischen Länder. Ziel ist es, im Laufe der Zeit dafür zu sorgen, dass wirklich nur gesunde Lebensmittel auch als solche deklariert werden dürfen und somit der Verbraucher davor geschützt ist, auf Werbelügen hereinzufallen. Gerade für den Endverbraucher ist es nämlich schwer, aus der Fülle an Angeboten und irreführenden Kennzeichnungen für sich das passende Produkt heraus zu suchen und so wirklich etwas für seine Gesundheit zu tun. Aktuell warten rund 44.000 einzelne Anträge bei der EU auf die Zulassung. Dazu zählen vor allen Dingen Mineralstoffe, pflanzliche Stoffe und Vitamine.

Nutzen für die Hersteller

Für die Hersteller sind diese neuen Verordnungen aus zwei Blickwinkeln zu betrachten. Zum einen dürfen sich natürlich die Hersteller wirklich gesunder Produkte freuen, denn ihnen können die Verbraucher zukünftig Vertrauen und das könnte zur Absatzsteigerung beitragen. Alle anderen Hersteller müssen sich künftig eine neue Werbestrategie überlegen und an ihre bisherigen Kennzeichnungen auf den Produkten ändern, was natürlich zu Mehrkosten führt, die jetzt noch nicht abzusehen sind.

Fazit: Für die Verbraucher wird es einfacher, schwarze Schafe in der Werbung zu erkennen und sich damit gesünder zu ernähren. Für die Hersteller die sich bislang auf solche Werbung verlassen haben könnte die Verordnung zu großen Umsatzeinbußen führen. Hersteller wirklich gesunder Produkte hingegen dürfen sich freuen.

Verordnet die EU eine neue Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel? » Antwort auf Frage.org geschrieben von Ernest am Sonntag, 30. Dezember 2012 um 16:58 Uhr.